In Deutschland sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus zwei Menschen gestorben. Der Mann aus Heinsberg (78) und die Frau aus Essen (89) fallen in ein klassisches Risiko-Schema. FOCUS Online erklärt, für wen das Virus besonders gefährlich ist.

Weltweit sind derzeit mehr als 111.000 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Über 62.000 sind seit Ausbruch der Krankheit im Dezember 2019 bereits geheilt und knapp 3900 sind an ihren Folgen gestorben.

In Deutschland ist die Zahl der Infizierten nun innerhalb kurzer Zeit schlagartig nach oben geschnellt: 1151 Menschen sind hierzulande Stand Montagnachmittag mit dem Virus infiziert. Zwei Personen in Deutschland sind nun in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.

Jetzt Artikel für später in „Pocket“ speichern

1) In Essen starb eine 89-jährige Frau, bei der das Virus am vergangenen Dienstag festgestellt worden sei. Seit Anfang März sei sie in der dortigen Universitätsklinik behandelt worden. Sie sei an einer Lungenentzündung in Folge der Coronavirus-Infektion gestorben.

2) In Heinsberg starb ein 78-jährigen Mann. Er war in Behandlung im Krankenhaus in Geilenkirchen. Der Mann litt seit einigen Tagen an Symptomen wie Durchfall, Fieber und Husten. Der Patient, der Vorerkrankungen wie Diabetes und auch Herzerkrankungen aufwies, wurde stationär im Krankenhaus behandelt und ist heute gegen 14 Uhr an Herzversagen gestorben.

Viele Bürger sind verunsichert, gar verängstigt. Dabei ist für einen Großteil der Menschen kein Grund zur Sorge gegeben: Denn das Virus betrifft nicht alle Infizierten gleich stark. Bei den meisten, gesunden Menschen ist der Verlauf milde.

Mehr zum Coronavirus

  • Top-Virologe: „Es ist eine Pandemie – und wir gehen falsch mit dem Virus um“

  • Professor für globale Gesundheit: Was nötig ist, um Bevölkerung vor Corona zu schützen

  • Corona-Pandemie: Was jetzt jeder tun kann, um sich vorzubereiten

  • Hausarzt zu Corona-Ausbruch: „Ich gehe selbst mit Schutzanzügen zu Patienten“

  • Coronavirus oder Grippe? Das sind die Unterschiede der Infektionen

  • Covid-19: Vor allem ältere Menschen sind betroffen – Männer sterben häufiger als Frauen

    Experten gehen derzeit von einer Sterblichkeitsrate von zwischen einem und drei Prozent aus. Betrachtet man sie für verschiedene Altersgruppen zeigt sich, dass vor allem Menschen mittleren und hohen Alters betroffen sind. Bei Infizierten über 80 lag die Sterblichkeitsrate bei knapp 15 Prozent, bei Kindern unter zehn Jahren kam es kaum zu Erkrankungen und zu keinen Todesfällen, wie eine erste Studie aus China Ende Februar zeigte.

    Ebenfalls häufiger von einem tödlichen Verlauf der Erkrankung betroffen sind überraschenderweise Männer. Experten vermuten, dass das daran liegt, dass Männer häufiger rauchen – was ebenfalls einen schlechten Einfluss auf die Krankheit haben kann – und mehr reisen, also häufiger auf erkrankte Menschen treffen können. Männer leiden außerdem häufiger an Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck, was einen schlechten Verlauf begünstigten kann.  

    Alle wichtigen Meldungen zum Coronavirus im FOCUS-Online-Newsletter. Jetzt abonnieren.

     
     

    Menschen mit Vorerkrankungen und schwachem Immunsystem zählen zur Risikogruppe

    Menschen mit Vorerkrankungen und solche, die unter einem geschwächten Immunsystem leiden, gehören wie bei der Grippe ebenfalls der Risikogruppe an. Dazu zählen:

    • Lungenkrankheiten wie COPD: Unter COPD versteht man chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen. Betroffene leiden meist unter Husten oder Auswurf, bekommen häufig schlecht Luft oder sind schnell aus der Puste. Die Krankheit ist nicht heilbar. Da Covid-19 vor allem die Atemwege betrifft und Lunge wie Immunsystem durch Krankheiten wie COPD vorgeschädigt sind, haben solche Patienten ein höheres Risiko, an der Krankheit zu sterben. Das bestätigte der Infektiologe Christoph Spinner im Gespräch mit FOCUS Online.
    • Diabetes: Diabetiker, Typ eins wie zwei, haben generell ein schwächeres Immunsystem als Menschen, die nicht von der Krankheit betroffen sind. Der Körper von Diabetespatienten produziert nicht genügend Insulin, was dazu führt, dass er chronisch überzuckert ist.
    • Herzkreislauferkrankungen: Laut Robert-Koch-Institut (RKI) haben auch Menschen, die an einer Herzkreislauferkrankung leiden, ein höheres Risiko, dass Covid-19 bei ihnen einen schweren Verlauf nimmt. Herzkreislauferkrankungen betreffen wie der Name verrät das Herz, dazu gehören beispielsweise Herzklappenfehler, Bluthochdruck oder die koronare Herzkrankheit.
    • Auch Menschen, die Krankheiten an Leber oder Niere haben oder an einer Krebserkrankung leiden haben häufig ein geschwächtes Immunsystem und erleiden somit wahrscheinlicher einen schweren Covid-19-Verlauf.
    • Menschen mit schwachem Immunsystem – sei es aufgrund einer Erkrankung, dem Alter oder durch die Einnahme von Medikamenten – haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko. HIV-Erkrankte beispielsweise nehmen in der Regel Medikamente ein, die das Immunsystem unterdrücken. Ebenso betrifft das Menschen, die an Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose, Asthma (auch allergisches), Rheuma und Schuppenflechte oder chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten wie Morbus Crohn erkrankt sind. Bei diesen Krankheiten greift das Immunsystem oftmals den eigenen Körper an, weshalb Patienten Medikamente nehmen, die es abschwächen oder gar ausschalten. Das macht den Körper allerdings für Krankheitserreger wie Grippe- oder Coronaviren anfällig.

    Menschen, die zu einer der Risikogruppen gehören, empfehlen RKI und andere Institutionen, besonders vorsichtig zu sein. Dazu gehört neben dem Händewaschen und dem Abstandhalten von erkrankten Personen auch, selbst wachsam zu sein und beim Auftreten erster Symptome Rücksprache mit dem Hausarzt zu halten.

    Mehr zum Coronavirus

    Auch Nicht-Risiko-Patienten sind bereits gestorben

    Warum es auch zu einzelnen Todesfällen bei Menschen gekommen ist, die nicht zu den Risikogruppen zählen, ist nicht erforscht. Der US-Virologe Jeffery Taubenberger hat aber eine Vermutung, wie er gegenüber "Bloomberg" erklärt: So könne es sein, dass manche "gesunde" Menschen besonders viele der Proteinrezeptoren in den Zellen ihrer Lungen haben, die das Virus angreift oder unter eine bis dato unerkannten Vorerkrankung oder Immunschwäche leiden.

    Ansturm auf Hygiene-Mittel bei Aldi: Sprays bereits nach 6 Minuten ausverkauft

    FOCUS Online/Wochit Ansturm auf Hygiene-Mittel bei Aldi: Sprays bereits nach 6 Minuten ausverkauft

     

    Quelle: Den ganzen Artikel lesen