Szene aus dem Film „Elternschule“: „Bedauern Sie das kranke Kind nicht“

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Die Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen machte Werbung mit einer bemerkenswerten Zahl. In einer Mitteilung, bis mindestens Mai auf der Website zu lesen, lobte man sich: „Der psychosomatische Ansatz bei der Behandlung von Neurodermitis, Asthma, Allergien in der Kinderklinik Gelsenkirchen versprach Heilung – zumindest in 87 Prozent der Fälle.“

Umso erstaunlicher erscheint es, dass die Klinik jetzt das Therapieprogramm beenden und die Abteilung schließen will. Das sei „eine rein ökonomische Entscheidung“, sagt Geschäftsführer Werner Neugebauer. In den vergangenen fünf Jahren seien die Patientenzahlen zurückgegangen: „Damit fehlen uns die Einnahmen zur Finanzierung dieses Programms.“

Das ist wohl auch ein Segen für Kinder und Eltern. Denn die vermeintliche Erfolgsgeschichte hat dunkle Passagen. So ließ der langjährige leitende Arzt Ernst August Stemmann eine Nähe zur „Germanischen Neuen Medizin“ von Ryke Geerd Hamer erkennen.

Hamer verlor 1986 seine Approbation und saß wegen illegaler Behandlungen und Betrugs mehrmals in Haft. Mit unwissenschaftlichen Krebsbehandlungen machte er Schlagzeilen, mehrere Patienten starben. Hamer gab sich offen als Antisemit zu erkennen und machte unter anderem die „jüdische“ Schulmedizin dafür verantwortlich, dass er von der Justiz verfolgt wurde.

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