Kann ein Protein vor Gefahr durch Zeckenstiche schützen?

Ein neu identifiziertes Protein könnte Menschen vor der durch Zecken übertragenen Lyme-Borreliose schützen und möglicherweise auch bei der Behandlung der Infektionskrankheit helfen.

Eine Stimulation der Fähigkeit des Menschen, mehr von dem speziellen Protein zu produzieren, könnte helfen, eine Infektion durch Lyme-Borreliose zu bekämpfen, so das Ergebnis einer Untersuchung unter Beteiligung von Forschenden der international renommierten Yale University. Die Studie wurde in dem englischsprachigen Fachblatt „PLOS Pathogens“ publiziert.

PGLYRP1 funktioniert als Frühwarnsignal

Für die Untersuchung exprimierte das Yale-Team mehr als 1.000 menschliche Gene in Hefe und analysierte ihre Interaktionen mit 36 Proben von B. burgdorferi. So fanden die Fachleute heraus, dass das Protein mit der Bezeichnung Peptidoglycan Recognition Protein 1 (PGLYRP1) wie ein Frühwarnsignal für das Immunsystem wirkt, wenn es den Bakterien ausgesetzt ist, welche die Lyme-Borreliose auslösen.

Leichte Fälle können mit Antibiotika behandelt werden

Der Krankheitsverlauf variiert von Person zu Person, wobei die Mehrheit der betroffenen Personen lediglich leichte Symptome aufweist, die sich gut mit Antibiotika behandeln lassen, berichten die Forschenden.

Symptome von Borreliose können Monate später auftreten

Borreliose wird durch Zecken übertragen, die mit den Spirochäten Borrelia burgdorferi infiziert sind. Durch einen Zeckenstich gelangen die Borreliose auslösende Bakterien in den Körper. Es dauert dann mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate, bis die ersten Symptome auftreten.

Folgen von Borreliose

So kann es passieren, dass betroffene Personen Symptome der Erkrankung nicht mit den zurückliegenden Zeckenstich in Verbindung bringen, wodurch die Behandlung versäumt wird. In einigen Fällen von unbehandelter Borreliose kann sich die Infektion auf das Herz, die Gelenke, das Nervensystem und andere Organe ausbreiten.

Mangelnde Schutzwirkung ohne PGLYRP1

Bei einem Versuch an Mäusen stellten die Forschenden fest, dass Lyme-Spirochäten ausgesetzte Mäuse, denen PGLYRP1 fehlte, viel höhere Werte von B. Burgdorferi aufwiesen, als es bei Tieren mit diesem Protein der Fall war. Die Tiere ohne das Protein zeigten außerdem Anzeichen einer Fehlfunktion des Immunsystems, fügen die Forschenden hinzu.

So könnte eine Schutzwirkung aufgebaut werden

Die Stimulierung der Fähigkeit des Menschen, mehr von diesem Protein zu produzieren, könnte bei der Bekämpfung von Infektionen helfen, erläutert Dr. Erol Fikrig von der Yale University in einer Pressemitteilung. Die Forschungsgruppe untersucht derzeit, ob Menschen mit höheren PGLYRP1-Konzentrationen weniger anfällig für eine Infektion mit B. burgdorferi sind, was mit erklären würde, warum einige Infizierte bessere Ergebnisse erzielen. (as)

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