Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die ganze Welt weiter fest im Griff. Am einigten sich Bundeskanzlerin Merkel und die Länderchefs auf eine Verlängerung des Lockdowns. Alles Wichtige zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

Top-News zur Corona-Pandemie am 20. Januar 2021

  • Virologin: Unsere Nachlässigkeit ist gefährlicher als die Virus-Mutation (06.34 Uhr)
  • Jeder achte Brite mit Corona infiziert (16.27 Uhr)
  • Wollten in die Türkei fliegen: Polizei stoppt Quarantäne-Familie am Flughafen (11.50 Uhr)

Corona im Überblick:

  • Live-Karte zum Coronavirus und Radar mit Zahlen und Fakten
  • News, Service und Ideen zur Pandemie finden Sie in unserem Überblick

"Lebenspraktisch unvernünftig": Heil erklärt, warum es keine Homeoffice-Pflicht geben wird

13.43 Uhr: Zur weiteren Eindämmung der Corona-Infektionszahlen hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) Arbeitgeber und Arbeitnehmer in die Pflicht genommen. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch eine Corona-Arbeitsschutzverordnung, die am kommenden Mittwoch in Kraft treten soll. "Wenn keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegensprechen, müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten Homeoffice anbieten", sagte Heil dazu in Berlin. Ein verbindliches Recht auf Homeoffice soll es aber nicht geben.

In einem früheren Entwurf des Gesetzes hatte es zudem noch eine Pflicht gegeben, ab einer Inzidenz von 200 Mitarbeiter im Büro wöchentlich zu testen. Davon ist nun keine Rede mehr. Auch ein Verbot von gemeinsamen Mittagessen gibt es, entgegen der ursprünglichen Planung, nicht mehr. Minister Heil begründete dies laut „Handelsblatt“ damit, dass in vielen Branchen eh kein gemeinsamer Kantinenbesuch mehr möglich sei. Die Testpflicht sei aufgrund der Kapazitäten weggefallen.

Eine Home-Office-Pflicht sei hingegen rechtlich nicht möglich gewesen. „Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage und das wäre auch lebenspraktisch nicht vernünftig“, so Heil.

Daher appelliere er an alle Beteiligten, abgesehen vom Homeoffice darauf hinzuwirken, die Kontakte am Arbeitsplatz "so weit wie möglich" zu reduzieren, sagte der Bundesarbeitsminister. Dort wo ein Kontakt nicht vermeidbar sei, müsse der Arbeitgeber Masken bereitstellen. In der Arbeitsschutzverordnung, die zunächst bis Mitte März befristet ist, sind auch die Ziele fester betrieblicher Arbeitsgruppen sowie eines "möglichst zeitversetzten Arbeitens" verankert.

Indes werde "nicht flächendeckend kontrolliert werden können", ob sich die Arbeitgeber an die Umsetzung der Verordnung halten, "aber stichprobenartig", sagte Heil. Dafür zuständig sind die Arbeitsschutzbehörden der Länder. An diese sollten sich Arbeitnehmer bei Problemen ebenso wenden wie an den Arbeitgeber und den Betriebs- oder Personalrat, riet der Minister.

Verband der Verkehrsunternehmen spricht sich für "Schweigepflicht" im ÖPNV aus

12.07 Uhr: Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) wäre zur weiteren Bekämpfung der Pandemie in Deutschland offen für eine „Schweigepflicht“ im öffentlichen Nahverkehr. „Das würden wir sehr stark unterstützen“, sagte Verbandspräsident Ingo Wortmann am Mittwoch im Deutschlandfunk. Er sei durchaus für ein Telefonierverbot, ergänzte er. Denn es gebe Fahrgäste, die in Fahrzeugen und U-Bahnhöfen zum Telefonieren den Mund-Nasen-Schutz herunterzögen. Ein Telefonierverbot im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gibt es bereits in Spanien, auf den Balearen hat die Regionalregierung empfohlen, im ÖPNV nicht zu sprechen.

Einschränkend räumte Wortmann ein, dass die Maßnahme gegen die Verbreitung von Aerosolen zwar hilfreich, aber „schwer zu kontrollieren“ wäre. Er würde auf die Vernunft der Menschen setzen, zum Schutz anderer auf das Telefonieren zu verzichten. Getty Images/ArtistGNDphotography Wenn es uns jetzt nicht gut geht, ist das keine Störung – es ist ganz normal

Bundesregierung erhöht Corona-Hilfen für Soloselbstständige

11.09 Uhr: Die Bundesregierung erhöht die Corona-Hilfen für Soloselbstständige wie etwa Künstler. "Wir satteln bei den Hilfen für Soloselbstständige noch mal deutlich drauf, das liegt mir sehr am Herzen", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Neustarthilfe werde von 25 Prozent auf nun 50 Prozent des Vergleichsumsatzes erhöht, zugleich werde die maximale Förderhöhe deutlich angehoben. "Wichtig ist mir auch, dass wir die Neustarthilfe für weitere Empfänger öffnen."

Die maximale Höhe der Betriebskostenpauschale beträgt künftig 7500 Euro, bisher waren 5000 Euro vorgesehen. Neu ist, dass auch sogenannte unständig Beschäftigte die Neustarthilfe beantragen können – damit soll Schauspielern geholfen werden.

Die Bundesregierung hatte nach schwerer Kritik aus der Wirtschaft insgesamt bei den Corona-Hilfen für Unternehmen nachgebessert. Es soll einen erweiterten Zugang zu den Hilfen geben, außerdem wird der Förderhöchstbetrag aufgestockt. Auch die Abschlagszahlungen sollen erhöht werden, das sind Vorschüsse auf spätere Zahlungen. Bund und Länder hatten am Dienstag eine Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar beschlossen.

Divi-Präsident: Lockdown bis "Mitte Februar wird aus unserer Sicht nicht ausreichen"

10.45 Uhr: Der Vorsitzende der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, befürwortet die neuen Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Alles, was die Kontakte zwischen vielen Menschen minimiere, könne nur begrüßt werden, sagt Marx dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Unsere Intensivstationen sind voll, und auch wenn wir gerade einen ersten leichten Rückgang der Covid-19-Patienten in ganz Deutschland sehen, liegen immer noch 5000 auf den Stationen“, berichtet der Intensivmediziner.

„Wir werden mindestens bis Ende Februar oder Anfang März benötigen, wenn die Maßnahmen wie jetzt zu beobachten greifen, um die Patientenzahl auf den Hochpunkt der ersten Welle zu drücken – knapp unter 3000“, sagt Marx. Das zeigten die Prognosemodelle sehr deutlich. Es gebe derzeit nur zwei Möglichkeiten zur Bekämpfung: Inzidenzzahlen runter – und so schnell impfen wie möglich. „Mitte Februar wird aus unserer Sicht nicht ausreichen, um von den hohen Inzidenzzahlen herunter zu kommen“, betont der Mediziner. „Da sollten wir uns keine Illusion machen. Wir werden nicht Mitte Februar wieder die Innenstädte öffnen oder im Restaurant sitzen.“ dpa/Henning Kaiser/dpabild Gernot Marx gibt ein Pressestatement.

Der Divi-Präsident appelliert an die Politik, vor allem einheitliche Beschlüsse mit klaren Regeln für alle in ganz Deutschland zu verabreden. Es sei etwa für die intensivmedizinischen Patienten aus Sachsen um die Weihnachtszeit herum ein großes Glück gewesen, dass die Fallzahlen im Norden deutlich niedriger waren – so hätten viele Patienten aus dem Osten für die Behandlung in den Norden verlegt werden können. „Wir alle müssen gemeinsam und zusammen die Zahlen drücken“, forderte Marx eindringlich auf. „Damit wir Intensivmediziner, falls die Mutante dann kommt, auch alle Patienten gut versorgen können. "

Marx zufolge sei davon auszugehen, dass die Menschen in Alten- und Pflegeheimen bis Ende Februar weitestgehend geimpft sind. Allerdings sei für eine höhere Impfgeschwindigkeit mehr Pragmatismus nötig. „Wenn ich höre, dass am Abend in einem Impfzentrum das so kostbare Impfserum weggeworfen wird, statt es der ansässigen Polizei oder Feuerwehr zu impfen, weil das eine willkürliche Auswahl von Impflingen wäre, dann werde ich richtig wütend“, berichtet der Intensivmediziner.

Montgomery: Keine Lockerungen ab Mitte Februar – brauchen langfristigen Corona-Plan bis nach Ostern

9.06 Uhr: Der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat nach dem Bund-Länder-Gipfel einen Corona-Plan bis über Ostern hinaus gefordert. "Nach dem Lockdown wird nicht sofort wieder die völlige Freigabe kommen", sagte Montgomery am Mittwoch dem Radiosender SWR Aktuell. "Wir brauchen einen Plan, wie wir das Land wieder auftauen, nachdem wir es jetzt einfrieren."

Hier sei ein langfristiges Vorgehen nötig, sagte er. Die Spitzenrunde von Bund und Ländern hatte am Vorabend beschlossen, den Lockdown zunächst bis 14. Februar zu verlängern. Bis zur nächsten Bund-Länder-Runde, für die in dem Papier kein Datum genannt wird, sollen zudem Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) und die Staatskanzleichefinnen und -chefs "ein Konzept für eine sichere und gerechte Öffnungsstrategie" erarbeiten, wie es in dem Beschluss heißt.

Montgomery glaubt nach eigenen Worten nicht, dass zum 14. Februar nennenswerte Lockerungen zu erwarten sind. "Ich glaube, das wird verlängert werden – und das wird auch verlängert werden müssen." Die Menschen müssten sich jetzt daran gewöhnen, "dass das jetzt eine Lebensform für den Rest dieses Winters wird, in der wir leben müssen". Andernfalls schlage dieses Virus "mit großer Macht zurück".

dpa/Guido Kirchner/dpabild Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzende des Weltärztebundes, spricht.

Arbeitsminister Heil ruft zur Homeoffice-Nutzung auf – und kündigt Kontrollen an

8.55 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat Beschäftigte und Unternehmen nach dem Bund-Länder-Gipfel aufgerufen, die neuen Homeoffice-Möglichkeiten massiv zu nutzen. Wo es betrieblich möglich ist und wo die Tätigkeiten es hergeben, müsse jetzt verpflichtend Homeoffice angeboten werden, sagte Heil in der Internetsendung "Bild live". "Von den Beschäftigten erwarten wir, dass sie das in Anspruch nehmen", fügte der Minister hinzu. "Es geht darum, soziale Kontakte zu reduzieren, am Arbeitsplatz und auch im öffentlichen Personennahverkehr."

Bund und Länder hatten sich am Dienstag darauf geeinigt, dass Arbeitgeber per Verordnung des Bundesarbeitsministeriums zunächst bis zum 15. März verpflichtet werden, Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen, wo immer dies möglich ist. 

Mit den Beschlüssen sei "ein starkes Signal" gesetzt worden, sagte  Heil "Bild live". Arbeitgeber warnte er davor, die Möglichkeit zum Homeoffice willkürlich abzusagen und kündigte Kontrollen an: "Sie müssen klar sagen, wo es geht – und auch, wo es nicht geht", sagte der Minister. "Wo es möglich ist, sollen sie es ermöglichen und das wird im Zweifelsfall auch von Arbeitsschutzbehörden überprüft."

Virologin: Unsere Nachlässigkeit ist gefährlicher als die Virus-Mutation

06.34 Uhr: Die Münchner Virologin Ulrike Protzer sieht in der Nachlässigkeit der Menschen während der Corona-Pandemie eine größere Gefahr als in der neuen Virus-Variante. Dies erkläre auch die trotz Lockdowns nur langsam sinkenden Infektionszahlen, erläuterte die Direktorin des Instituts für Virologie am Helmholtz Zentrum München und an der Technischen Universität München der Deutschen Presse-Agentur.

"Die neue Variante birgt ein erhöhtes Risiko, sich im Eins-zu-eins-Kontakt anzustecken. Aber: Der Eins-zu-eins-Kontakt muss überhaupt erst mal passieren. Und er muss so passieren, dass der Abstand nicht ausreichend gewahrt wird oder dass Masken nicht getragen werden. Nur dann kann es da auch wirklich zu einer Übertragung kommen." Dann allerdings scheine das Ansteckungsrisiko mit der neuen Variante größer zu sein.

Wichtig sei es etwa, die Maske in entsprechenden Situationen aufzubehalten und nicht zwischendurch abzusetzen. Dass ein wirksamer Schutz möglich sei, zeigten Erfahrungen im Klinikum. Dort hätten sich Mitarbeiter am seltensten in dem Bereich angesteckt, in dem Corona-Patienten behandelt wurden.

Angesichts weiterhin hoher Infektionszahlen sehe sie derzeit keine Chance auf ein Ende des Lockdowns, sagte Protzer. "Solange die Zahlen so hoch sind, sollte man jeden Risikokontakt vermeiden." Es sei sinnvoll, Gastronomie und nicht zwingend erforderliche Läden vorerst noch geschlossen zu halten.

RKI: 15.974 Corona-Neuinfektionen und 1148 neue Todesfälle gemeldet

Mittwoch, 20. Januar, 06.13 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 15.974 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1148 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 19.600 Neuinfektionen und 1060 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

"Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche sinken die Fallzahlen in den meisten Bundesländern (jedoch nicht allen) nun leicht", schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstagabend. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bei 123,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 237,7 und Brandenburg mit 208,8. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 78,5.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,87 (Vortag: 0,89). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Anmerkung der Redaktion: Die Zahlen, die das RKI am Morgen meldet, unterscheiden sich von denen, die FOCUS Online abends vermeldet. Das liegt an den unterschiedlichen Meldezeitpunkten.

Drosten: Ansteckendere Corona-Variante jetzt noch im Keim ersticken

21.32 Uhr: Der Virologe Christian Drosten geht in Deutschland von einer bislang geringen Verbreitung der ansteckenderen Corona-Variante aus, die zunächst in Großbritannien entdeckt wurde. Er sehe jetzt ein Zeitfenster, um die Ausbreitung hierzulande im Keim zu ersticken, sagte der Experte für Coronaviren von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info. "Wir müssen jetzt was machen, wenn wir speziell das Aufkeimen der Mutante in Deutschland noch beeinflussen wollen. Später kann man das nicht mehr gut machen, dann ist es zu spät." In Großbritannien hätten Lockdown-Maßnahmen bereits Effekte gezeigt.

Anhand nun vorliegender Daten ist für den Virologen anzunehmen, dass die Variante tatsächlich ansteckender ist als frühere Formen. "Wir haben den Befund auf dem Tisch. Wir haben es mit einer Mutante zu tun, die sich schneller verbreitet. Das quantitative Ausmaß, das muss man tatsächlich noch mal diskutieren." Die Variante ist nach Einschätzung Drostens um einen kleineren Prozentsatz ansteckender als zunächst angenommen – anfangs war von 50 bis 70 Prozent im Vergleich zu früheren Formen die Rede.

Nachdem zuletzt eine starke Ausbreitung bestimmter Corona-Varianten im Ausland beobachtet wurde, wird nun auch in Deutschland verstärkt danach gesucht. Drosten geht von eingeschleppten Fällen vor allem über die Weihnachtstage aus. Die in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 etwa wurde laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher in 20 Fällen in sechs Bundesländern nachgewiesen (Stand 17.1., 00:00 Uhr). Drosten sagte, noch würden Daten zusammengetragen, in den kommenden Wochen lasse sich mehr über die Situation hierzulande sagen.

11.917 Neuinfektionen in Deutschland – R-Wert sinkt deutlich auf 0,87

21.05 Uhr: Die Gesundheitsämter der Bundesländer haben am Dienstag 11.917 Neuinfektionen gemeldet. Vergangene Woche Dienstag meldeten die Ämter noch 14.986 Neuinfektionen. Insgesamt stieg die Zahl der bestätigten Corona-Fälle auf 2.062.857.

Der R-Wert sank leicht und lag laut Lagebericht des Robert-Koch-Instituts bei 0,87 (Vortag: 1,01).

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 277.099 (+1685), 6323 Todesfälle (+105)
  • Bayern: 378.135 (+1638), 8978 Todesfälle (+206)
  • Berlin: 113.884 (+824), 1918 Todesfälle (+58)
  • Brandenburg: 61.928 (+644), 1910 Todesfälle (+83)
  • Bremen: 15.026 (+69), 239 Todesfälle (+2)
  • Hamburg: 43.335 (+251), 917 Todesfälle (+11)
  • Hessen: 159.409 (+441), 4072 Todesfälle (+108)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 17.261 (+365), 327 Todesfälle (+18)
  • Niedersachsen: 129.922 (+598), 2727 Todesfälle (+83)
  • Nordrhein-Westfalen: 453.567 (+1679), 9306 Todesfälle (+183)
  • Rheinland-Pfalz: 86.090 (+566), 2145 Todesfälle (+41)
  • Saarland: 23.691 (+201), 657 Todesfälle (+5)
  • Sachsen: 168.930 (+1196), 5289 Todesfälle (+141)
  • Sachsen-Anhalt: 44.733 (+880), 1274 Todesfälle (+67)
  • Schleswig-Holstein: 31.826 (+451), 691 Todesfälle (+15)
  • Thüringen: 58.021 (+431), 1676 Todesfälle (+37)

Gesamt (Stand: 19.01.2021, 21.00 Uhr): 2.062.857 (+11.917), 48.449 Todesfälle (+1163)

Vortag (Stand: 18.01.2021, 20.32 Uhr): 2.050.940 (+7567), 47.286 Todesfälle (+467)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei ca. ca. 1.716.200 (+24.500). Die Zahl der aktiven Fälle liegt somit bei 288.200.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 0,87 (Vortag: 1,01 )

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 4947

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 2862

1163 weitere Menschen (Vorwoche: 997) starben binnen eines Tages an oder mit dem Virus, davon 206 allein in Bayern. Insgesamt fielen seit Pandemie-Beginn 48.449 Menschen dem Virus in Deutschland zum Opfer.

4947 Intensivbetten werden derzeit von Corona-Patienten belegt, das sind 56 weniger als am Vortag. 2869 von ihnen müssen invasiv beatmet werden.

18.41 Uhr: Die Gesundheitsbehörden in Großbritannien haben am Dienstag einen neuen Höchststand von 1610 Corona-Toten innerhalb von 24 Stunden registriert. Die Gesamtzahl der Corona-Toten erhöhte sich damit auf 91.470, wie die Behörden in London mitteilte. Der bisherige Höchstwert von gut 1560 Toten war am Mittwoch vergangener Woche verzeichnet worden.

Großbritannien zählt mit fast 3,5 Millionen Infektionsfällen zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern in Europa und kämpft zurzeit mit seiner dritten und bislang tödlichsten Infektionswelle. Am Dienstag wurden landesweit 33.355 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert.

Der rasante Anstieg der Neuinfektionen wird auf eine neue, deutlich ansteckendere Virus-Variante zurückgeführt, die sich zuerst in London und im Süden Englands ausbreitete. Nach Angaben der britischen Statistikbehörde ONS hat sich in England bereits jeder achte Einwohner mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Im Vormonat war es noch einer von elf Menschen.

Jeder achte Brite mit Corona infiziert

16.27 Uhr: In England hat sich laut britischer Statistikbehörde bereits jeder achte Einwohner mit dem Coronavirus infiziert. Diese Quote von rund zwölf Prozent ist ein massiver Anstieg im Vergleich zu den Zahlen vom Vormonat, als einer von elf Menschen in England bereits infiziert war oder eine Infektion hinter sich hatte.

Weiter teilte die Statistikbehörde ONS am Dienstag mit, in Wales liege die Infektionsquote bei einem von zehn Einwohnern, in Schottland bei einem von elf und in Nordirland bei einem von 13 Einwohnern. Die Behörde beruft sich dabei auf die Ergebnisse stichprobenartiger Anti-Körper-Tests, mit denen auch asymptomatische und daher oft nicht durch Corona-Tests nachgewiesene Fälle berücksichtigt werden können.

Großbritannien kämpft zur Zeit mit seiner dritten und bislang tödlichsten Welle der Corona-Pandemie. Seit Beginn der Pandemie starben bereits fast 90.000 Infizierte – so viele wie in keinem anderen europäischen Land. Der rasante Anstieg der Neuinfektionen wird auf eine neue, deutlich ansteckendere Virus-Variante zurückgeführt, die sich zuerst in London und im Süden Englands ausbreitete.

Derweil teilte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Dienstag via Twitter mit, nach einem möglichen Kontakt mit einem mit Sars-CoV-2 infizierten Menschen habe er sich in Quarantäne begeben. Hancock hatte sich vergangenes Jahr mit dem Virus infiziert.

Verwaltungsgerichtshof kippt bayernweites Alkoholverbot im öffentlichen Raum

13.23 Uhr: Der bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das von der Landesregierung für ganz Bayern verhängte Alkoholverbot im öffentlichen Raum gekippt. Nach dem Infektionsschutzgesetz sei nur an bestimmten öffentlichen Plätzen ein Alkoholverbot vorgesehen, entschied das Gericht am Dienstag in München und gab damit dem Eilantrag einer Privatperson aus Regensburg Recht. Mit dem pauschalen Alkoholverbot in ganz Bayern habe die Landesregierung die Verordnungsermächtigung des Bundesgesetzgebers überschritten.

Wollten trotz Corona-Infektion fliegen: Polizei stoppt Quarantäne-Familie am Flughafen

11.45 Uhr: Eine unter Quarantäne stehende Familie aus Bottrop hat versucht, in die Türkei zu fliegen. Am Düsseldorfer Flughafen stoppten Bundespolizisten das Vorhaben. Der Familienvater habe den Flug antreten wollen, obwohl er positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei am Dienstag.

Am Airport habe die Familie zwar negative Testergebnisse vorgelegt, zumindest im Fall des 44-jährigen Vaters gebe es aber starke Zweifel an der Richtigkeit des Dokuments. Die dreiköpfige Familie sei am Check-in-Schalter der Airline aufgespürt und von den übrigen Reisenden sofort getrennt worden.

Der 44-Jährige habe eingeräumt, gegen die Quarantäneanordnung verstoßen zu haben: Er habe zur Beerdigung seiner Mutter in die Türkei fliegen wollen. Dazu kam es nicht: Die Familie wurde mit der Auflage entlassen, sich sofort daheim in Bottrop in Quarantäne zu begeben.

Beschlussvorlage: Pflicht zu medizinischen Masken in ÖPNV und Geschäften, Schulen bis 15. Februar dicht

9.39 Uhr: Eine erste Beschlussvorlage zum Corona-Gipfel hat erste Einblicke in mögliche Beschlüsse beim Corona-Gipfel am Dienstag geliefert. Unter anderem ist in dieser die Rede davon, dass die 1-Freund-Regel vorerst nicht wiederkommen soll und die Pflicht zum Tragen von  medizinischen Masken bundesweit eingeführt werden könnte.

Verlängert soll der Lockdown bis zum 15. Februar. Bis dahin sollen auch Schulen und Kindergärten geschlossen werden. Eine Homeoffice-Pflicht soll nicht kommen, alle Unternehmen allerdings noch eindringlicher zum Arbeiten im Homeoffice aufgefordert werden und es erlauben, wo es möglich ist.

Alle weiteren Informationen gibt es in unserem Ticker zum Corona-Gipfel.

SARS-CoV-2 fotografiert: Unternehmen zeigt Coronavirus in hochauflösender 3D-Abbildung

7.34 Uhr: Bislang gab es lediglich computergenerierte Modelle des Coronavirus. Ein YouTube-Video des österreichischen Unternehmens „Nanographics“ ermöglicht uns nun erstmals einen Blick auf reale SARS-CoV-2-Viren. Dazu wurden schockgefrorene Proben mit Hilfe einer sogenannten Kryoelektronenmikroskopie gescannt und anschließend digitalisiert. dpa Das Coronavirus in einer 3D-Aufnahme.

Ursprünglich sei diese Methode von einem Forscherteam der Tsinghua University in Peking verwendet worden. Biologische Mikroskopiedaten seien dadurch deutlich leichter und schneller zu analysieren.

Die Bilder können auch über die Homepage des Unternehmens herunter geladen oder in einer 360 Grad Sichtweise betrachtet werden. "Nanographics" ist Teil des Forschungsbereiches Computer Graphics des Institut für Visual Computing & Human-Centered Technology und ein Ableger der Technischen Universität Wien.

 

Surftipp: Alle Neuigkeiten zur Coronavirus-Impfung finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online

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