Am kommenden Sonntag steht in Thüringen eine Landtagswahl an. Der Freistaat ist derzeit das einzige Bundesland, das von einem Ministerpräsidenten der Linken (Bodo Ramelow) regiert wird. Aber auch in Thüringen könnten sich die Machtverhältnisse nach der Wahl ändern. Aus Apothekersicht war der Wahlkampf spannend: Mehrere Parteien haben Passagen zum Apothekenmarkt in ihren Wahlprogrammen. DAZ.online wollte es genauer wissen und hat alle Parteien, die realistische Chancen auf Landtagsmandate haben, nach ihren apothekenpolitischen Positionen gefragt.

Thüringen wird derzeit aus einer Koalition von Linken, SPD und Grünen regiert. 2014 war zwar die CDU als stärkste Partei aus den Wahlen hervorgegangen. Allerdings konnte die CDU keine Regierungsmehrheit bilden. Und auch in diesem Jahr könnte die Regierungsbildung schwer werden. Denn während die AfD wie in fast allen anderen Bundesländern davor steht, ihr Wahlergebnis deutlich zu verbessern (Umfragen: rund 21 Prozent), könnten alle anderen Parteien deutlich verlieren. Aktuellen Umfragen zufolge würde die CDU bei etwa 26 Prozent liegen, die Linke käme auf etwa 28 Prozent. SPD und Grüne könnten beide unter 10 Prozent landen, die FDP kämpft mit der 5-Prozent-Hürde.

Apothekenlandschaft in Thüringen

In Thüringen gab es Ende 2018 538 Apotheken, die Apothekendichte liegt damit leicht über dem Bundesdurchschnitt: Im Bund kommen 23 Apotheken auf 100.000 Einwohner, in Thüringen sind es 25. Die Landversorgung ist natürlich auch in Thüringen ein großes Thema: Auch in Thüringen sinkt die Apothekenzahl, allerdings nicht so schnell wie in den meisten westlichen Bundesländern. Die Anzahl der Rezeptsammelstellen ist zuletzt gestiegen. Gemeinsam mit den Kollegen in Sachsen betreiben Thüringens Apotheker mit den Ärzten seit Jahren das Arzneimittel-Versorgungsmodell ARMIN, bei dem die Heilberufler unter anderem digital über die Medikation ihrer Patienten kommunizieren können und ein Medikationsmanagement angeboten wird.

DAZ.online hat die Parteien unter anderem dazu befragt, wie die Arzneimittelversorgung durch Apotheken künftig sichergestellt werden kann.

Was sagt die CDU …

… zur Rolle und Funktion der Apotheken für die örtliche Infrastruktur und für die Versorgung in Thüringen?

CDU: Die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln wird zu allererst durch die Apotheke vor Ort sichergestellt. Dafür treten wir ein, denn die persönliche Beratung durch den Apotheker zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung halten wir für unverzichtbar.

… zur sinkenden Apothekenzahl und zum sich daraus möglicherweise ergebenden Handlungsbedarf?

CDU: Ja, wir sehen Handlungsbedarf, insbesondere mit Blick auf die Versorgung im ländlichen Raum. Daher müssen wir einerseits dafür sorgen, dass es für Apothekerinnen und Apotheker attraktiver wird, in ländlichen Regionen zu arbeiten und anderseits auch Konzepte für räumlich flexible Apotheken voranbringen.

… zur Rolle des Arzneimittel-Versandhandels, auch für die Landversorgung?

CDU: Die CDU Thüringen will die Arzneimittelversorgung durch Apotheken vor Ort stärken. Der Versandhandel kann die Arzneimittelversorgung durch die Apotheken vor Ort ergänzen, aber nicht ersetzen. Wir sind der festen Überzeugung, dass eine persönliche Beratung auch in Zukunft erfolgsversprechender sein wird als Online-Angebote. Deshalb werden wir weiterhin darauf achten, dass der Versandhandel keine unfairen Wettbewerbsvorteile erhält.

… zur Diskussion rund um den einheitlichen Abgabepreis?

CDU: Ja, wir werden uns für einen einheitlichen Abgabepreis einsetzen.

… zur Funktion der Rezeptsammelstellen und eventuellen alternativen Versorgungsmethoden auf dem Land?

CDU: Wir halten auch andere Konzepte für denkbar und bieten gerne einen weiteren Austausch mit den Apothekerinnen und Apothekern darüber an, welche alternativen Konzepte sinnvoll sein könnten.

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