Am kommenden Sonntag wird in Brandenburg und Sachsen ein neuer Landtag gewählt. In Sachsen droht der jetzigen Großen Koalition laut Umfragen ein schlechtes Wahlergebnis, über Stimmenzuwächse könnten sich möglicherweise Grüne und AfD freuen. Aber welche der Parteien, die eine realistische Chance haben, in den Landtag einzuziehen, setzt sich am meisten für die Apotheke vor Ort ein? Und wie stehen die Parteien zu den Themen Landversorgung und Versandhandel? DAZ.online hat nachgefragt.

Politische Verhältnisse in Sachsen

Derzeit wird Sachsen von einer CDU/SPD-Koalition regiert, wobei die CDU schon alleine fast die Hälfte der Sitze im Dresdener Landtag kontrolliert. Dieses Bild könnte sich aber bald ändern: Glaubt man den derzeitigen Umfragen, käme die SPD nur noch auf etwa 8 Prozent (2014: 12,4 Prozent), die CDU würde auf etwa 29 Prozent absacken (2014: 39,4 Prozent). Eine Weiterführung dieser Koalition wäre somit vom Tisch. Als einzige Partei könnten die Linken im Vergleich zu 2014 ein recht stabiles Wahlergebnis einfahren, sie liegen in den Umfragen bei etwa 15 Prozent. Die AfD könnte einen großen Sprung nach vorne machen: Von knapp 10 Prozent in 2014 auf 25 Prozent (laut Umfragen). Die Grünen waren 2014 mit 5,7 Prozent nur knapp in den Landtag eingezogen, können sich in diesem Jahr aber voraussichtlich auch über Zugewinne freuen: Sie werden derzeit bei etwa 12 Prozent gesehen. Die FDP ist derzeit nicht im Landtag vertreten und steht in den Wahlumfragen bei etwa 5 Prozent.

Wir haben die sechs Parteien, die laut Umfragen derzeit eine realistische Chance haben, in den sächsischen Landtag einzuziehen, nach ihren apothekenpolitischen Positionen gefragt.

CDU

Zur Rolle und Funktion der Apotheken für die örtliche Infrastruktur und die Versorgung in Sachsen:

Apotheken sind von herausragender Bedeutung für die Versorgung in Sachsen. Ohne das Engagement der vielen Apothekerinnen und Apotheker wären viele Regionen Sachsens nicht so eine lebenswerte Heimat.

Zur Apothekenzahl, der aktuellen Versorgungslage und daraus resultierendem, eventuellem Handlungsbedarf:

Ja, wir sehen Handlungsbedarf, insbesondere mit Blick auf die Versorgung im ländlichen Raum. Wir müssen einerseits dafür sorgen, dass es für Apothekerinnen und Apotheker attraktiver wird, in ländlichen Regionen zu arbeiten und anderseits auch Konzepte für räumlich flexible Apotheken voranbringen.

Zur Rolle des Versandhandels, insbesondere in der Landversorgung:

Wir wollen die Arzneimittelversorgung durch Apotheken vor Ort stärken. Der Versandhandel kann die Arzneimittelversorgung durch die Apotheken vor Ort ergänzen, aber nicht ersetzen. Deshalb werden wir weiterhin darauf achten, dass der Versandhandel keine unfairen Wettbewerbsvorteile erhält.

Zum einheitlichen Rx-Abgabepreis in Apotheken:

Ja, wir werden uns für einen einheitlichen Abgabepreis einsetzen.

Zu neuen, besonderen Versorgungsformen auf dem Land (zum Beispiel Apothekenbus, Video-Beratung, Arzneimittel-Automat, etc.):

Wir halten auch andere Konzepte für denkbar. Gerne wollen wir gemeinsam mit den Apothekerinnen und Apothekern darüber ins Gespräch kommen, welche alternativen Konzepte sinnvoll sein könnten.

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