Möglichst naturbelassen und abwechslungsreich essen, viel Gemüse, dazu Fleisch nur in Maßen: Was gesunde Ernährung ausmacht, wissen die meisten. Doch über eine Sache wird seit langem leidenschaftlich gestritten: den perfekten Zeitpunkt zum Essen. Laut Volksmund ist die Sache klar: ‚Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages‘, heißt es seit jeher. Dahinter steckt der Glaube, mit dem Frühstück Energie für den Tag aufnehmen zu müssen, um Heißhunger-Attacken vorzubeugen. Zwischenzeitlich kamen zwar Bedenken an der Faustformel auf. Doch für den Körper scheint es tendenziell tatsächlich gesünder zu sein, zu frühstücken und dafür das Abendessen wegzulassen.

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Warum aber ist die Frage nach dem idealen Zeitpunkt so schwer zu beantworten?

Ernährung ist ein komplexes Thema und viele Annahmen basieren auf sogenannten Beobachtungsstudien. In ihnen wird beispielsweise untersucht, ob Menschen frühstücken und gleichzeitig geprüft, ob sie ein gesundes Körpergewicht haben. Ist das der Fall, heißt das aber noch nicht, dass tatsächlich das Frühstück für die schlanke Linie sorgt. Möglicherweise stehen Frühstücker schlicht besonders gerne früh auf, um vor dem Essen noch Sport zu machen – auch das könnte ein Grund für den beobachteten Effekt sein. 

Konkretere Hinweise liefert eine Studie von Lübecker Forschern, die Anfang des Jahres im Fachblatt „The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism“ erschienen ist. 16 Testpersonen – alles normalgewichtige Männer – waren angehalten,  an einem Tag je ein reichhaltiges Frühstück beziehungsweise Abendessen zu sich zu nehmen. Beim ihrem ersten Besuch im Testlabor aßen sie 69 Prozent der Tageskalorien bereits morgens, 20 Prozent zu Mittag und 11 Prozent gegen Abend. Beim zweiten Besuch war es genau umgekehrt: Nach einem spärlichen Frühstück (11 Prozent) und Mittagessen (20 Prozent), durften sie beim Abendessen richtig zugreifen (69 Prozent).

Lieber morgens statt abends schlemmen

Vor und nach den Mahlzeiten ermittelte das Forscherteam um Kerstin Oltmanns, wie viel Wärme die Testpersonen abgaben – eine Methode, die Hinweise auf die Stoffwechselaktivität und den Energieverbrauch liefert. Die Aktivität des Stoffwechsel nimmt nach Mahlzeiten zu, da der Körper beginnt, die Nahrung zu verdauen, aufzuspalten und Nährstoffe zu resorbieren. Das kurbelt die sogenannte „nahrungsinduzierte Thermogenese“, kurz NIT, an.

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In dem Experiment konnten die Forscher zeigen, dass die NIT nach dem Mahlzeiten am Morgen im Vergleich zu abends stärker ausfiel – genauer gesagt zweieinhalb Mal so stark. Der Effekt zeigte sich sowohl nach einem spärlichen wie auch reichhaltigem Frühstück. Auf Basis dieser Ergebnisse folgern die Forscher, dass die Kalorienverbrennung nach einer Mahlzeit morgens stärker ausfällt als abends.

Auch auf den Blutzuckerspiegel und das Insulin scheint das Frühstück am Morgen einen guten Einfluss zu haben: Nach einer frühen Mahlzeit stieg der Blutzucker- und Insulinspiegel bei den Testpersonen im Vergleich zum Abendessen weniger stark an. Außerdem berichteten die Probanden über mehr Heißhunger auf Süßes, wenn sie am Morgen wenig gegessen hatten. 

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass ein ausgiebiges Frühstück einem üppigen Abendessen vorgezogen werden sollte, „um Übergewicht oder Blutzuckerspitzen zu vermeiden.“

Energieumsatz morgens höher als abends

„Unsere Studie zeigt, dass der menschliche Energieumsatz morgens grundsätzlich höher ist als abends. Das ist genetisch bedingt und bei jedem so“, wird Kerstin Oltmanns in einer Mitteilung zu der Studie zitiert. „Übergewichtige lassen häufig das Frühstück weg, weil sie abnehmen möchten, und essen abends eine große Hauptmahlzeit, wenn der Hunger übermächtig wird.“

Die Ergebnisse müssen zwar mit Vorsicht interpretiert werden, da die Studie sehr klein ist und zudem nur Männer untersucht wurden. Das Experiment liefert jedoch Hinweise, die Beobachtungsstudien nicht erbringen können. 

In einem nächsten Schritt wollen die Forscher nun untersuchen, wie sich der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme auf die Gewichtsabnahme bei Übergewichtigen auswirken könnte. „Wir möchten nun nachweisen, dass es schon zu einer Gewichtsabnahme kommt, wenn man dieselbe Kalorienmenge hauptsächlich in der ersten Tageshälfte zu sich nimmt“, so Oltmanns. 

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