Die SPD-Fraktion im Landtag in Nordrhein-Westfalen will wissen, was die Landesregierung gegen den Lieferengpass bei Fieber- und Schmerzsäften für Kinder tut. In einer Kleinen Anfrage erkundigt sich die Abgeordnete Lisa Kapteinat auch, wie die Regierung einer Verknappung im Herbst und Winter vorbeugen will.

Paracetamol- oder Ibuprofen-haltige Schmerzmittel in kindgerechten Darreichungsformen sind aktuell schwer zu beschaffen. Der Lieferengpass, den viele Eltern unmittelbar in den Apotheken zu spüren bekommen, hat es längst in die Publikumsmedien geschafft – nun muss sich auch die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen damit befassen.

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Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag, Lisa Kapteinat, möchte in einer Kleinen Anfrage wissen, wie Schwarz-Grün auf die Lieferengpässe reagieren will – denn auch in Nordrhein-Westfalen sei die Versorgungslage nach Angaben von Apotheker:innen sowie Kinderärztinnen und -ärzten schwierig, schreibt sie. „Die Deutsche Apothekenvereinigung ABDA spricht von einer ‚ganz besonders großen Herausforderung für Apotheken und Eltern‘“, heißt es in dem Dokument, das der DAZ vorliegt.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert in einer Pressemitteilung vom 2. August, der Bedarf an Fieber- und Schmerzmitteln für Kinder sei im Jahr 2022 „überproportional angestiegen“, findet für diesen Sachverhalt aber keine befriedigende Erklärung. Gleichzeitig sei ein Anbieter aus dem Markt ausgeschieden – es handelt sich dabei um den Generikahersteller 1A-Pharma –, zudem sei eine „Verteilproblematik“ zu beobachten.

Vor diesem Hintergrund fragt Kapteinat auch danach, in welchen Kommunen im Bundesland genau eine Verknappung der Kinderarzneien mit Paracetamol oder Ibuprofen zu beobachten sei. Zudem hakt sie nach, wie die Landesregierung aktuell eine ausreichende Belieferung von Apotheken und Krankenhäusern sicherstellen will und wann mit einer Entspannung der Lage zu rechnen ist.

Darüber hinaus erkundigt sich die Abgeordnete, was CDU und Grüne unternehmen, um die Versorgung im Herbst und Winter zu gewährleisten – erst kürzlich hatte Ratiopharm den Apotheken die Winterbevorratung mit Fiebermitteln für Kinder gestrichen, wie die DAZ berichtete. „Wir haben derzeit keine Lagerbestände für Ibu-ratiopharm Saft sowie Paracetamol-ratiopharm Zäpfchen und Brausetabletten verfügbar und können Aufträge dazu leider nicht bedienen“, erklärte dazu eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber der Redaktion. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Produkte wieder für den Markt zur Verfügung zu stellen. Leider können wir aktuell keine Angaben dazu machen, wann diese wieder geliefert werden können.“

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Der Vorsitzende des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis, sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass die Erkältungs- und Fieberwelle von Anfang Sommer zwar zum Glück abgeklungen sei. „Aber wir blicken mit Sorge auf den Winter.“ Die Apotheken wollten niemanden unversorgt lassen, viele stellten daher Fiebersaft inzwischen selbst her. Doch das sei zeit- und personalintensiv.

Überdies sind die Ausgangsstoffe für die Rezeptur derzeit kaum zu bekommen. Eine Anleitung, wie die Herstellung aus Fertigarzneimitteln gelingt, finden Sie hier.

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