Schnelles Einschlafen nicht immer positiv

Obwohl es widersprüchlich scheint, kann schnelles Einschlafen auch ein Anzeichen für vorliegende Schlafproblem sein. So ist es möglicherweise nur ein Hinweis auf chronischen Schalfmangel, der seinerseits zu verschiedenen negativen Auswirkungen auf Körper und Psyche führen kann, darunter eine schlechtere Gedächtnisleistung, Herzerkrankungen, Fettleibigkeit und Bluthochdruck.

Besonders schnell einzuschlafen, kann unter Umständen darauf hinweisen, dass bei betroffenen Personen ein Problem mit ihrem Schlaf vorliegt, warnt die Psychologin Dr. Michelle Drerup in einem aktuellen Beitrag der Cleveland Clinic. Hier sei es wichtig zu erkennen, wann das schnelle Einschlafen ein Warnsignal ist.

Deutet frühes Einschlafen auf ein Problem hin?

Manche Menschen liegen die halbe Nacht wach und können nicht einschlafen, andere legen sich in ihr Bett und schlafen sofort. Hier liegt der Schluss nahe, dass lange wach liegende Menschen ein Schlafproblem haben und bei Personen, die schnell einschlafen, alles in Ordnung. Aber auch schnell einzuschlafen kann auf ein vorliegende Probleme hinweisen.

Durchschnittliche Einschlafdauer?

Normalerweise brauchen Menschen etwa fünf bis zwanzig Minuten, um erfolgreich einzuschlafen. Dies stellt aber nur einen durchschnittlichen Wert dar, denn jeder Mensch ist anders, erläutert die Psychologin. „Wenn Sie aus diesem Bereich herausfallen, müssen Sie nicht gleich beunruhigt sein. Wenn Sie drei Minuten zum Einschlafen brauchen, sich aber erfrischt fühlen, sind Sie wahrscheinlich gut ausgeruht”, so Dr. Drerup.

Was ist Schlafmangel?

Schlafentzug und Schlafmangel sind ähnlich, aber nicht ganz dasselbe. Schlafentzug bedeutet, dass Sie nicht genug Schlaf bekommen. Es ist eine Art von Schlafmangel. Sie können aber auch Schlafmangel haben, wenn Sie beispielsweise zur falschen Tageszeit schlafen, häufig aufwachen, nicht tief schlafen oder eine Schlafstörung vorliegt, welche die Schlafqualität beeinträchtigt, erläutet die Expertin.

Ab wann leidet man unter Schlafmangel?

Wenn Sie weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht bekommen, leiden Sie wahrscheinlich an Schlafmangel. Schlafmangel ist teilweise schwierig zu erkennen. Subtile Anzeichen für Schlafmangel sind beispielsweise, wenn Sie in ruhigen Moment schläfrig werden, wenn Sie Probleme haben sich zu konzentrieren und wenn Sie Probleme haben, sich an bestimmte Dinge zu erinnern. Dadurch machen Sie vielleicht häufiger Fehler und haben Schwierigkeiten Entscheidungen zu treffen. Weitere mögliche Auswirkungen sind, dass Schlafmangel Emotionen intensiviert. Emotionale Kontrolle geht verloren, wenn Menschen nicht die nötige Ruhe bekommen, erläutert das Team.

Erhöhter Bedarf an Koffein?

Wenn Sie sehr viel Kaffee trinken, kann dies ebenfalls ein Anzeichen für Schlafmangel sein. Gut ausgeruhte Menschen brauchen kein Koffein, um den Tag zu überstehen. Sollten Sie zu den Menschen gehören, die den ganzen Tag Kaffee, Tee oder Energiedrinks zu sich nehmen, könnte das enthaltene Koffein die Anzeichen von Schlafmangel überdecken, so die Psychologin.

Warum Schlaf so wichtig ist

Der Körper braucht Schlaf, genau wie er Nahrung und Wasser braucht. Menschen, die an chronischem Schlafmangel leiden, haben ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes, Herzerkrankungen, Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Depression und Verletzungen oder Tod durch schwere Unfälle.

Wie lässt sich Schlaf verbessern?

Halten Sie in einem Schlaftagebuch fest, wann Sie aufgestanden sind und wie ausgeruht Sie sich an diesem Tag gefühlt haben. Dieses Tagebuch kann wertvolle Informationen über Ihre Schlafqualität liefern. Vermeiden Sie abends das blaue Licht von Ihrem Smartphone, Tablet und Fernseher. Dieses blaue Licht verleitet das Gehirn dazu, länger wach zu bleiben.

Was tun gegen Schlafmangel?

Wenn Sie schnell einschlafen oder sich nicht ausgeruht fühlen, gehen Sie 15 Minuten früher ins Bett. Wenn Sie nach einer Woche noch keine Besserung sehen, verschieben Sie die Schlafenszeit um weitere 15 Minuten. Halten Sie einen regelmäßigen Zeitplan ein: Gehen Sie jeden Tag zur gleichen Zeit zu Bett und stehen Sie zur gleichen Zeit auf, auch am Wochenende. Dies hilft Ihnen, die innere Uhr Ihres Körpers einzustellen.

Verbringen Sie tagsüber mehr Zeit im Freien. Das Tageslicht signalisiert Ihrem Körper, wann es Zeit ist, wach zu sein. Erhöhen Sie Ihre körperliche Aktivität, gehen sie beispielsweise Wandern oder Radfahren. Solche Aktivitäten sind gut für die Gesundheit und verbessern die Schlafqualität.

Vorteile von ausgeschlafenen Menschen

Dr. Drerup erklärt, dass man Schlaf als eine Investition betrachten sollte. Wenn Sie eine gute Schlafqualität haben, können Sie sich besser konzentrieren und besser arbeiten. So können Sie mehr Dinge in kürzerer Zeit erledigen. Qualitativ hochwertiger Schlaf sei zusammen mit einer gesunden Ernährung und sportlicher Betätigung sehr wichtig für die menschliche Gesundheit.

Holen Sie sich Hilfe bei Schlafproblemen

Wenn Sie Anzeichen von Schlafmangel haben, suchen Sie sich medizinische Hilfe. Durch die richtigen Tests können Schlafstörungen oder andere Gesundheitsprobleme festgestellt werden, so dass die passende Behandlung eingeleitet werden kann. Niemand kann es sich leisten, auf Schlaf zu verzichten, denn Schlaf ist wichtig für den allgemeinen Gesundheitszustand und das tägliche Leben, resümiert Dr. Drerup. (as)

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