Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die ganze Welt weiterhin fest im Griff. Am Dienstag einigten sich Bundeskanzlerin Merkel und die Länderchefs auf eine Verlängerung des Lockdowns. Alles Wichtige zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

Top-News zur Corona-Pandemie am 21. Januar 2021

  • Ganz traurige Marke: Mehr als 50.000 Corona-Tote in Deutschland (21.20 Uhr)
  • NRW: Ab Montag Spezialmaskenpflicht in ÖPNV, Supermärkten, Gottesdiensten (21.08 Uhr)
  • Merkel vor EU-Beratungen: Grenzkontrollen nur als letztes Mittel (15.01 Uhr)

Corona im Überblick:

  • Live-Karte zum Coronavirus und Radar mit Zahlen und Fakten
  • News, Service und Ideen zur Pandemie finden Sie in unserem Überblick

RKI-Zahlen: Knapp 4.500 Neuinfektionen weniger als in der Vorwoche

07.20 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 859 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden gemeldet, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesfälle auf 50.642. Vor genau einer Woche waren 1113 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet worden. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden.

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI außerdem 17.862 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Vor genau einer Woche hatte das RKI 22.368 Neuinfektionen verzeichnet. Der Höchststand von 33.777 registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden war am 18. Dezember gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bei 115,3. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern bleiben jedoch groß: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 218,4 und Brandenburg mit 194,4. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 80,9.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,93 (Vortag: 0,87). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

EU plant striktere Beschränkungen bei Reisen – aber keine Grenzkontrollen

Freitag, 22. Januar, 06.37 Uhr: Zur Eindämmung neuer Varianten des Coronavirus setzen die EU-Staaten auf striktere Beschränkungen bei Reisen. "Von allen nicht unbedingt notwendigen Reisen sollte dringend abgeraten werden, sowohl innerhalb eines Landes als auch grenzüberschreitend", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach einen Video-Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstagabend. Die Grenzen sollen demnach aber grundsätzlich offen bleiben und der Warenverkehr möglichst reibungslos weiterlaufen.

In den vergangenen Wochen waren durch Mutationen neue Varianten des Coronavirus aufgetreten, die ansteckender sind als der bisherige Erreger. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte vor den Beratungen die Einführung von Grenzkontrollen als letztes Mittel nicht ausgeschlossen, um die Verbreitung einzudämmen.

Auch Frankreich hatte sich für "Gesundheitskontrollen" an den EU-Binnengrenzen ausgesprochen. Die Regierung in Paris kündigte nach dem Gipfel an, künftig bei der Einreise anderen EU-Staaten das Vorlegen negativer PCR-Tests zu verlangen. 

"Wir müssen die Grenzen offen halten, um das gute Funktionieren des europäischen Binnenmarktes zu garantieren", sagte EU-Ratspräsident Charles Michel. "Aber wenn es um nicht unbedingt notwendigen Reisen geht, müssen Einschränkungen möglich sein."

Die EU-Kommission will laut von der Leyen am Montag einen Vorschlag unterbreiten, wie dies nicht zu Lasten des Binnenmarktes bewerkstelligt werden soll. Zudem will Brüssel weiter präzisieren, wie mit Einreisen aus Drittstaaten umgegangen werden soll.

Als Reaktion auf die neuen Virus-Varianten soll es laut von der Leyen außerdem eine weitere Kategorie zur Einstufung von Risikogebieten geben: "Eine dunkelrote Zone würde zeigen, dass in diesem Gebiet das Virus sehr stark zirkuliert".

Ganz traurige Marke: Mehr als 50.000 Corona-Tote in Deutschland

21.20 Uhr: Seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland sind hierzulande insgesamt 50.408 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Am Donnerstag wurden 893 neue Todesfälle registriert. 18.875 neue positive Corona-Tests wurden zudem in Deutschland vermeldet. Ein positiver Trend an dieser Stelle: Vergangenen Donnerstag hatte es noch mehr als 23.000 neue Fälle gegeben. Beinahe 2,1 Millionen Deutsche haben sich mittlerweile mit dem Virus infiziert.

Der R-Wert war zuletzt mit 0,79 in Richtung der von der Bundesregierung ausgegebenen Wunschmarke von 0,7 gesunken. Am Donnerstag stieg der Wert leicht auf 0,84.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 281.366 (+1916), 6513 Todesfälle (+95)
  • Bayern: 383.262 (+2671), 9283 Todesfälle (+143)
  • Berlin: 115.517 (+901), 1996 Todesfälle (+39)
  • Brandenburg: 63.809 (+1055), 2017 Todesfälle (+38)
  • Bremen: 15.234 (+92), 248 Todesfälle (+8)
  • Hamburg: 43.926 (+306), 950 Todesfälle (+15)
  • Hessen: 162.321 (+1583), 4257 Todesfälle (+67)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 17.824 (+274), 344 Todesfälle (+4)
  • Niedersachsen: 132.685 (+1444), 2853 Todesfälle (+43)
  • Nordrhein-Westfalen: 460.807 (+3961), 9636 Todesfälle (+163)
  • Rheinland-Pfalz: 87.825 (+821), 2216 Todesfälle (+29)
  • Saarland: 24.116 (+222), 679 Todesfälle (+8)
  • Sachsen: 171.874 (+1246), 5509 Todesfälle (+90)
  • Sachsen-Anhalt: 46.627 (+928), 1374 Todesfälle (+58)
  • Schleswig-Holstein: 32.805 (+523), 725 Todesfälle (+18)
  • Thüringen: 59.739 (+932), 1808 Todesfälle (+75)

Gesamt (Stand: 21.01.2021, 21.20 Uhr): 2.099.740 (+18.875), 50.408 Todesfälle (+893)

Vortag (Stand: 20.01.2021, 20.45 Uhr): 2.080.865 (+18.008), 49.515 Todesfälle (+1066)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei ca. 1.757.700 (+15.900). Die Zahl der aktiven Fälle liegt somit bei 291.632.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 0,84 (Vortag: 0,79)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 4774 (Vortag: 4808)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 2723 (Vortag: 2764)

Lesen Sie auch:Grafiken zur Übersterblichkeit: Wo es in Deutschland wegen Corona mehr Tote gab – und wo nicht 

NRW: Ab Montag Spezialmaskenpflicht in ÖPNV, Supermärkten, Gottesdiensten

21.08 Uhr: Ab Montag müssen in NRW medizinische oder FFP2-Masken in Bussen und Bahnen, Supermärkten und Gottesdiensten getragen werden. Das geht aus der neuen Coronaschutz-Verordnung des Landes hervor, die am Donnerstagabend veröffentlicht wurde.

Bonn öffnet Schuhgeschäfte für Kinderschuhverkauf

18.19 Uhr: Schuhgeschäfte in Bonn dürfen trotz Corona-Lockdown wieder öffnen – allerdings nur um Kinderschuhe zu verkaufen. Das berichtet der WDR. Demnach habe die Bonner Stadtverwaltung am Donnerstag eine entsprechende Genehmigung erteilt.

Die Erklärung: Schuhgeschäfte seien seit Dezember zu, aber Kinderfüße wachsen weiter. Insbesondere die allerersten Schuhe müssten mit Fachberatung anprobiert werden, so die Stadt. Zudem sehe man die Genehmigung im Einklang mit der Corona-Schutzverordnung von NRW. Babyfachmärkte hätten auch nicht schließen müssen, der Verkauf von Kinderschuhen sei dem gleichzusetzen.

Dennoch gibt es strenge Hygienevorschriften. Kunden müsste in den Geschäfte Termine vereinbaren, außerdem sei es verboten, mehrere Kunden gleichzeitig im Geschäft zu bedienen.

Entwarnung in Garmisch-Partenkirchen: Corona-Variante keine neue Mutation

17.58 Uhr: Die am Klinikum in Garmisch-Partenkirchen entdeckte Variante des Coronavirus ist keine neue Mutation. Aus dem Zwischenbericht zur Untersuchung der Proben durch die Berliner Charité gehe hervor, dass es sich um eine erstmals im März 2020 identifizierte Variante handle, teilte das Klinikum am Donnerstag mit. dpa/Angelika Warmuth/dpa Schilder stehen vor dem Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Am Klinikum Garmisch-Partenkirchen ist möglicherweise eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden. Derzeit würden Proben an der Berliner Charite untersucht, teilte das Klinikum am Montag mit.

Über die klinische Relevanz der Coronavirus-Variante lassen sich demnach bislang keine Aussagen machen. Vor der Meldung aus Garmisch-Partenkirchen sei das Virus bislang nur bei 102 Patientenproben weltweit entdeckt worden. Allerdings gebe es laut Sequenzierungsbericht bislang keinen Hinweis darauf, dass sich die in Garmisch aufgetretene Mutation auf die Eigenschaften des Virus auswirkt. 

Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden weltweit Veränderungen in den Erbgut-Sequenzen des Virus erfasst. Als für Europa relevant gelten derzeit vor allem zwei zunächst in Großbritannien und Südafrika nachgewiesene Varianten (B.1.1.7 und B.1.351), die nach derzeitigem Kenntnisstand merklich ansteckender sind als das Ursprungsvirus. In Garmisch entdeckt worden sind Erreger der Variante B.1.1.134.

Merkel vor EU-Beratungen: Grenzkontrollen nur als letztes Mittel

15.01 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel möchte neuerliche Grenzkontrollen in der Corona-Pandemie möglichst verhindern, schließt sie aber weiter nicht aus. Deutschland suche einen "kooperativen Ansatz", schließe Kontrollen als "Ultima ratio" aber nicht aus, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag vor Beratungen der europäischen Staats- und Regierungschefs.

Lange Staus an den Grenzen wie bei ersten Schließungen im Frühjahr werde es nicht geben, versicherte Merkel. "Der freie Warenverkehr steht jetzt hier überhaupt nicht zur Debatte". Es gehe vielmehr um die Frage, was in Grenzregionen mit vielen Pendlern geschehe. Deutschland werde dazu beitragen, dass Pendler getestet werden könnten. Dazu sei man auch im Gespräch mit den Herkunftsländern.

Sie verlange als Kanzlerin von den Bürgerinnen und Bürgern im Land eine Menge, sagte Merkel: "geschlossene Schulen, geschlossene Geschäfte, geschlossene Restaurants, keine Kunstveranstaltungen". Da könne sie nicht sehenden Auges zusehen, wenn woanders weniger strikt agiert werde und die Menschen zum Kaffeetrinken über die Grenzen führen. "Das würden die Bürger mit Recht nicht verstehen."

Entscheidend sei, dass andere Länder bei hohen Ansteckungsraten auch handelten, so Merkel. "Ich bin verpflichtet, den hier lebenden Menschen zu sagen: Wir können uns nicht alle eure Anstrengungen dadurch zunichte machen lassen, dass woanders vielleicht etwas ganz anderes gilt." Mit Blick auf die deutschen Nachbarländer habe sie da aber aktuell wenig Bedenken.

Zum ersten Mal sollte es bei dem Gipfel am Donnerstagabend um Mutationen des Coronavirus gehen, die für deutlich ansteckender gehalten werden. Sie erwarte, dass man sich im Kreis der EU-Staaten auf gemeinsame Vorkehrungen bei Einreisen aus Großbritannien und Südafrika, wo diese Mutationen bereits weiter verbreitet sind, verständigen werde, sagte Merkel. Deutschland hat für Reisende aus diesen Ländern bereits eine Testpflicht eingeführt.

Grüne und Linke kritisieren Merkel: "Vom Licht am Ende des Tunnels zu reden, reicht nicht"

14.11 Uhr: Nach den aktuellen Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Corona-Pandemie vermissen Grüne und Linke weiter eine klare Perspektive zur Bewältigung der Krise. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt forderte am Donnerstag in Erfurt einen "verbindlichen Stufenplan", der gemeinsam in Bundestag und Bundesrat besprochen werden solle. "Wir müssen wissen, was passiert wann", sagte die Grünen-Politikerin.

Dabei gehe es aber nicht um ein bestimmtes Datum, sondern um die Frage, ab welchem Inzidenzwert Maßnahmen greifen oder gelockert werde, sagte Göring-Eckardt weiter. "Wir müssen wissen, worauf wir eigentlich hinarbeiten." Die Fraktionschefin bemängelte zudem, dass bislang keine Schnelltests zur Selbstanwendung zur Verfügung stehen. Sie könne nicht verstehen, warum Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht in der Lage sei, diese Schnelltests zu bestellen.

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch warf Merkel vor, sie habe bei ihrem Auftritt vor der Bundespressekonferenz keine Strategie zur Bewältigung der Krise aufgezeigt. Es werde Klarheit darüber benötigt, bei welchen Werten genau was geschehe, sagte er in Berlin. "Vom Licht am Ende des Tunnels zu reden, reicht nicht", betonte Bartsch. "Das Licht muss heller werden." 

Der Linken-Fraktionschef forderte Merkel auf, in der kommenden Woche im Bundestag dazu Stellung zu nehmen. Bartsch forderte zugleich ein Schutzkonzept für die Alten- und Pflegeheime: "Hier gibt es mit Abstand die meisten Todesfälle." Zudem fehlten ein Konzept für die Masken und eine Impfstrategie.

Foto: picture alliance / dpa / Britta Pedersen Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke.  

Baden-Württemberg schert bei Corona-Regeln aus: "Die Kanzlerin war nicht erfreut"

13.33 Uhr: Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat den baden-württembergischen Sonderweg in der Bildungspolitik verteidigt. "Selbstverständlich war die Kanzlerin nicht erfreut, was wir in Baden-Württemberg jetzt machen", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag bei einer Sondersitzung des Landtags mit Blick auf die geplante schrittweise Öffnung von Grundschulen und Kitas ab 1. Februar im Südwesten. Politisch sei das nicht gerade der günstigste Augenblick, das zu machen, sagte Kretschmann. Aber in der Sache sei die schrittweise Schulöffnung zu vertreten. Dieses Vorgehen sieht Kretschmann auch vom Beschluss von Bund und Ländern gedeckt, der den Ländern Spielraum beim Präsenzunterricht lässt.

Foto: Marijan Murat/dpa Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, nimmt an einer Plenar-Sondersitzung im Landtag von Baden-Württemberg teil.  

Die Menschen müssten darauf vertrauen, dass die Politik Entscheidungen aus Sachgründen treffe, nicht aus Wahlkampfgründen, sagte Kretschmann. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) und er lägen auch nicht weit auseinander in der Beurteilung der Sache. Er habe auch keinen Anlass, Eisenmann wahlkampftaktische Gründe in ihrem Kampf für offene Schulen zu unterstellen. Eisenmann hatte in den vergangenen Wochen massiv für die Öffnung der Schulen geworben – auch gegen den Widerstand von Kretschmann.

Der Umgang mit den Schulen hatte bei den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag lange Streit verursacht. Insbesondere Merkel hatte darauf gedrungen, Kitas und Schulen bis Mitte Februar noch geschlossen zu lassen.

Südafrikanische Mutation des Coronavirus erstmals in Sachsen entdeckt

13.16 Uhr: Erstmals ist in Sachsen eine südafrikanische Variante des Coronavirus aufgetreten. Die Mutation gilt als deutlich ansteckender als das bisher im Freistaat verbreitete Virus. Betroffen ist ein Patient, der ambulant am Leipziger Universitätsklinikum behandelt wurde. Das Virus sei im Zuge eines Routine-Screenings aller Patienten nachgewiesen worden, informierte das Universitätsklinikum am Donnerstag. Es handle sich um den ersten Nachweis dieser Virusvariante in Sachsen, bestätigte das Gesundheitsministerium auf Anfrage in Dresden.

Nach Bekanntwerden des Falles seien strenge Quarantäne-Maßnahmen verhängt und die Nachverfolgung des Infektionsweges eingeleitet worden. Laut Uniklinikum handelt es sich "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" um den Stamm B.1.351. Diese Variante sei vor allem in Südafrika verbreitet. "Eine vollständige Sequenzierung des Virusgenoms der nun nachgewiesenen Virusvariante ist in Arbeit", sagte die kommissarische Leiterin der Virologie am Uniklinikum, Corinna Pietsch. Es müsse geklärt werden, ob weitere Kontaktpersonen mit dem mutierten Virus infiziert seien.

"Daten aus anderen Ländern weisen darauf hin, dass diese Virusvariante ansteckender und damit letztendlich leider für die Bevölkerung auch gefährlicher ist, weil sich mehr Menschen infizieren und erkranken", bemerkte Pietsch. Zudem gebe es Hinweise, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe beeinträchtigt sein könnte.

Die Südafrika-Variante B.1.351 des Coronavirus war vor mehr als einer Woche erstmals in Baden-Württemberg nachgewiesen worden. Erkrankt war den Angaben zufolge eine Person, die mit ihrer Familie von einem längeren Aufenthalt in Südafrika zurückgekehrt war. In Sachsen war bereits Anfang des Monats eine neue Variante des Virus aus Großbritannien bei einem Patienten aus Dresden aufgetreten.

Studie: Corona-Fallzahlen in England sinken trotz Lockdown nicht – auch wegen Virusmutation

12.57 Uhr: Trotz des Lockdowns in Großbritannien nimmt die Zahl der Corona-Infektionen einer neuen Studie zufolge nicht ab, sondern hat zuletzt sogar noch zugelegt. Demnach wurde im größten Landesteil England zwischen dem 6. und 15. Januar jeder 63. Mensch positiv getestet, wie die Forscher des Imperial College London am Donnerstag mitteilten. Das waren 50 Prozent mehr als Anfang Dezember. Die Wissenschaftler werteten nach eigenen Angaben Abstriche von etwa 143 000 Menschen aus.

"Während der ersten zehn Tage des dritten Covid-Lockdowns in England im Januar 2021 war die Verbreitung von Sars-CoV-2 ohne Anzeichen eines Rückgangs sehr hoch", betonten die Forscher. Der Infektiologe Steven Riley sagte dem Sender Sky News zufolge, der Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Reisebeschränkungen sei offenbar nicht so wirkungsvoll wie noch im Frühjahr 2020. Die Ergebnisse zeigten zudem, dass die in Großbritannien entdeckte Virus-Variante schneller übertragen werde.

Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa Ein Arbeiter in Schutzkleidung desinfiziert die Rückseite eines Krankenwagens, nachdem in dem Krankenwagen ein Patient zum Krankenhaus „Royal London Hospital“ gefahren wurde.  

Nach Regierungsangaben hatte die Zahl der Neuinfektionen zuletzt abgenommen. Am Mittwoch wurden 38 905 neue Fälle gemeldet, deutlich weniger als in der Vorwoche. Allerdings war die Zahl der Todesfälle zuletzt stark gestiegen, auf den Tagesrekord von 1820 am Mittwoch. Die Forscher erklären sich die Unterschiede in den Zahlen damit, dass die Regierungsangaben von Tests aus der Zeit nach Weihnachten stammen. Ihre eigenen Untersuchungen seien aber vom Januar, als die Menschen nach den Feiertagen wieder mehr unterwegs waren. Aus der Regierung hieß es Medienberichten zufolge, die Studie spiegele nicht die Auswirkungen des Lockdowns wider.

Gesundheitsminister Spahn fordert Corona-Tests für Grenzpendler

11.13 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat verbindliche Corona-Tests für Pendler in deutschen Grenzregionen mit hohen Infektionszahlen gefordert. Man sehe in vielen Grenzregionen, dass das Infektionsgeschehen oft auf beiden Seiten hoch sei und es sich immer wieder gegenseitig wie in Tschechien "hochschaukeln" würde, sagte Spahn am Donnerstag im SWR. "Darüber sind wir auch in Gesprächen mit der tschechischen Regierung, dass entweder in Tschechien oder in Deutschland oder abgestimmt im Wechsel mehrfach die Woche Tests bei den Grenzpendlern stattfinden." Die Tests müssten nicht "per se an der Grenze" direkt sein. dpa Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, gibt eine Regierungserklärung zu Corona-Impfungen im Bundestag ab.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) schloss im weiteren Kampf gegen die Ausbreitung der britischen Coronavirus-Mutation in Europa strengere Grenzkontrollen nicht aus. "Die Gefahr ist, wenn die Zahlen in einem Land hochgehen, dass diese Mutation zur Mehrheitsvariante wird und dann ist diese Infektion nicht mehr zu beherrschen", sagte Braun im ARD-"Morgenmagazin".

Wissenschaftler fordern erneuten Lockdown in Frankreich

11.03 Uhr: Frankreich steuert nach Ansicht von Wissenschaftlern auf einen weiteren Lockdown zu. Je früher die Entscheidung zu Ausgangsbeschränkungen getroffen werde, desto mehr wirke sich das auf den Verlauf der Covid-19-Epidemie aus, sagte Renaud Piarroux, Forscher am Pariser Institut Pierre Louis, dem Sender Franceinfo am Donnerstag. "Früher, effektiver, kürzer", forderte er. Frankreich stehe nicht vor einem Rückgang oder einer Stabilisierung, sondern vor einem Anstieg der Fallzahlen. Besondere Gefahr gehe von der britischen Virus-Variante aus, die bis März dominierend sein könnte.

Die Infektiologin Odile Launay schlug im Sender BFM TV Beschränkungen vor allem für die Gefährdetsten vor, während diese auf ihre Impfung warteten. "Das würde ein gewisses wirtschaftliches Leben erlauben", sagte Launay. "Wir sehen, in welch schwieriger Lage sich junge Menschen heute befinden." Es würde sich dann um einen relativ kurzen Zeitraum von Beschränkungen handeln, da die Älteren und andere Risikogruppen auch als erstes geimpft würden.

In Frankreich gab es bereits zweimal wochenlange strikte Ausgangsbeschränkungen – zuletzt von Ende Oktober bis Mitte Dezember. Mittlerweile haben im Land die Läden wieder geöffnet, die Schulen sind im Zuge der Beschränkungen im Herbst nicht geschlossen worden. Frankreich versucht nun stattdessen, mit abendlichen Ausgangssperren gegen die Ausbreitung des Virus zu kämpfen. Ab 18 Uhr dürfen die Menschen nicht mehr vor die Tür. Spazieren oder Sport an der frischen Luft sind verboten. Auch die Supermärkte schließen dann. Ausnahmen gelten zum Beispiel für den Arbeitsweg.

Foto: dpa Die Infektionszahlen in Frankreich steigen erneut erheblich an. (Symbolbild)  

AfD demonstriert im Landtag gegen Lockdown und verweigert Masken

10.41 Uhr: Die AfD-Abgeordneten im baden-württembergischen Landtag haben mit einer Protestaktion zu Beginn der Corona-Sondersitzung für Unruhe gesorgt. Die Parlamentarier hielten am Donnerstag großflächige, weiße Plakate hoch mit der Aufschrift: "Grundrechte sind nicht verhandelbar!" Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) forderte die Abgeordneten mehrfach auf, die Plakate herunterzunehmen. Sie erteilte einen Ordnungsruf an einen Abgeordneten. Fast alle AfD-Abgeordneten weigerten sich zudem am Donnerstag, im Plenum eine Maske zu tragen. Der Landtag kam am Donnerstag zu einer erneuten Sondersitzung zusammen, um die Verlängerung des Lockdowns zu debattieren.

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