Im Fokus der Ermittlungen steht die Heilig-Geist-Apotheke in Longerich – dort soll ein harmloses Glukose-Gemisch mit einem toxischen Stoff vermischt worden sein.

Kölner Oberstaatsanwalt schließt Vorsatz nicht aus

"Wir können Vorsatz in der Tat nicht ausschließen!“, erklärte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Dienstagmittag, als er, Vize-Polizeidirektor Andreas Koch und Kölns Gesundheitsdezernent Prof. Dr. Harald Rau im Polizeipräsidium über die bisher bekannten Fakten informierten.

Kölner Mordkommission „Geist“ ermittelt

Die Frau und ihr Baby waren am 19. September gestorben, nachdem die Frau in der gynäkologischen Praxis im Facharztzentrum im Heilig-Geist-Krankenhaus einen Glukose-Test gemacht hatte.

Die schwangere Frau hatte sich drei Wochen zuvor in der Heilig-Geist-Apotheke (im Gebäude des Krankenhauses), ein Tütchen mit einem dort abgefüllten Glukosegemisch (Traubenzucker) gekauft.

Vergangenen Donnerstag ging sie in besagte Praxis, um unter ärztlicher Aufsicht das in Wasser aufgelöste Glukosepulver einzunehmen. „Mit diesem Test wird bei Schwangeren untersucht, ob sie möglicherweise eine Schwangerschaftsdiabetes haben“, so Koch.

Mutter kam in Kölner Krankenhaus

Das Heilig-Geist-Krankenhaus selbst teilt mit, dass die kollabierende werdende Mutter nach dem Notruf aus der Praxis im Krankenhaus medizinisch versorgt wurde. Sie war in der 25 Schwangerschaftswoche. „Nach dem erforderlichen Notkaiserschnitt wurde die Mutter in die Universitätsklinik verlegt, das Kind ins Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße. Beide sind verstorben. Der Vorfall wurde am selben Tag von der Praxis der Kölner Polizei gemeldet.“ Koch erklärt, die Frau sei an „multiplem Organversagen“ gestorben.

Am Freitag wurde die Apotheke durchsucht. Am Montag um 15.37 Uhr lag das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung vor – in dem Eimer mit dem Glukose-Pulver wurde ein „toxischer Stoff“ gefunden, der da laut Bremer nicht hingehört. Die Apotheke wurde am Montag erneut durchsucht.

Betäubungs-Mittel im Glukose-Gemisch

Bremer und Koch wollen nicht sagen, um welchen Stoff es sich handelt. Nach EXPRESS-Informationen ist es ein Mittel, das für örtliche Betäubungen genutzt wird, etwa beim Zahnarzt. Bei Überdosierung kann es das zentrale Nervensystem angreifen, Unruhe, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall und Vergiftungen auslösen.

Darüber klagte in der gynäkologischen Praxis auch eine Patientin bereits zwei Tage vor den Todesfällen, am 17. September – Taubheitsgefühl, Herzrhythmusstörungen. Sie brach die Einnahme der Glukose ab, weil sie nicht süß schmeckte – das rettete ihr das Leben. Sie wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus verlegt. Ob sie und ihr Ungeborenes Schäden davongetragen haben, konnte Bremer nicht sagen. Dies werde untersucht. Ebenso wie die Frage, weshalb die Praxis nicht bereits diesen Fall gemeldet habe.

Es habe aber auch eine Patientin gegeben, die am 19. September in der Praxis das Präparat aus der Apotheke genommen habe, ohne Beschwerden. Es könnte sein, dass das Betäubungsmittel nur an einer Stelle auf das Glukose-Pulver in dem Eimer gestreut wurde – dann ist es vom Zufall abhängig, in welche zum Verkauf abgefüllte Tütchen Glukose mit dem Betäubungsmittel gelangt ist und in welche nicht. „Ich bin fassungslos, ich kann es mir nicht erklären“, sagt Apotheker Till Fuxius. „Ich vertraue auf die Ermittlungen der Polizei. Dabei bin ich Zeuge, nicht Beschuldigter.“

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*Der Beitrag „Nach Tod von Mutter und Baby: Glukose-Gemisch soll Betäubungsmittel enthalten haben“ stammt von Kölner Express. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

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