Der Impfplan für Deutschland steht. Man wolle mit den Ältesten starten, erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Ganz anders begeht Indonesien die Massenimpfungen: Dort soll erst die aktivste Bevölkerungsgruppe geimpft werden.

„Die Schwächsten zu schützen, das ist das erste Ziel unserer Impfkampagne“, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag (18. Dezember). „Jeder zweite Todesfall ist ein über 80-Jähriger“, sagte Spahn weiter. Deswegen würden alle Bundesländer in den Pflegeeinrichtungen beginnen.

Was die Impfreihenfolge betrifft, schlägt Indonesien den gegenteiligen Weg ein. In dem südostasiatischen Land soll zunächst die jüngere, erwerbstätige Bevölkerung geimpft werden.

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Indonesien setzt auf Herdenimmunität

Ziel sei es, eine Herdenimmunität zu schaffen, sagt Amin Subandrio, Direktor am Eijkman-Institut für molekulare Biologie in Jakarta, gegenüber der Nachrichtenagentur „Bloomberg.“. Er erklärt: „Wenn die aktivste und exponierteste Bevölkerungsgruppe – die 18- bis 59-Jährigen – geimpft ist, bildet diese eine Festung, die dann auch die anderen Gruppen schützt.“

Man werde zunächst Pflegekräfte und medizinisches Personal impfen. Dies soll dort geschehen, wo bisher die meisten Corona-Infektionen registriert wurden: Auf den Inseln Java und Bali. Danach sollen andere Regionen und Berufsgruppen folgen.

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Indonesien könnte Vorbild für andere Schwellen- und Entwicklungsländer werden

Nach Ansicht der indonesischen Regierung reicht es für die Herdenimmunität zwei Drittel der 18- bis 59-Jährigen zu impfen. Geht diese Strategie tatsächlich auf, könnten sich andere Schwellen- und Entwicklungsländern diesen Ansatz zum Vorbild nehmen, so die „Welt“. Denn für ärmere Länder bedeute der Kauf der Impfstoffe eine „erhebliche finanzielle Belastung“.

Die Anzahl der verfügbaren Impfstoffe ist in Indonesien somit begrenzt. Das Land hatte aus China 1,2 Millionen Impfdosen erhalten. Es zählt aber rund 268 Millionen Einwohner. Zum Vergleich: Im ersten Quartal rechnet Gesundheitsminister Spahn mit 11 bis 13 Millionen Impfdosen für Deutschland.

Impfstart in EU-Ländern nach Weihnachten

Wie in Deutschland sollen die Impfungen gegen das Coronavirus auch in anderen EU-Ländern ab dem 27. Dezember starten. In den USA läuft dagegen die Impfung mit dem Pfizer-Biontech-Impfstoff bereits seit Montag (14. Dezember).

Großbritannien war weltweit das erste Land, in dem der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer zugelassen wurde. Der Inselstaat verabreichte am 8. Dezember die erste Impfdosis an eine 90-Jährige.

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