Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) ruft am heutigen Freitag dazu auf, Nebenwirkungen nach einer Shingrix-Impfung zu melden. Denn der AkdÄ wurden Fälle berichtet, in denen Patienten in engem zeitlichem Zusammenhang mit einer Shingrix-Impfung an Herpes zoster (HZ) erkrankt sind. Ob tatsächlich ein kausaler Zusammenhang besteht, lasse sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen. Die Fachinformation rät jedoch zur Vorsicht bei Herpes zoster in der Vorgeschichte.

Erst gestern sind die neuen Impfempfehlungen der STIKO offiziell erschienen. Die wesentliche Neuerung darin war schon bekannt: Allen Personen ab 60 Jahren wird die Gürtelrose-Schutzimpfung mit dem Totimpfstoff Shingrix® als Standardimpfung empfohlen – ebenso Personen mit einer Grundkrankheit oder Immunschwäche bereits ab 50 Jahren. Die Impfung erfreut sich seit sie von den Krankenkassen erstattet wird großer Beliebtheit, die Nachfrage ist größer als das Angebot, seit Mai herrscht ein Engpass. Gestern verkündete Glaxo SmithKline (GSK) ab Ende August wieder liefern zu können. Zumindest in begrenzter Menge.

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Weil für einen vollständigen Impfschutz zwei Dosen verabreicht werden müssen, sollen – wenn wieder verfügbar – primär die Patienten geimpft werden, die bereits eine erste Dosis Shingrix® erhalten haben. Neue Impfserien sollen nur gestartet werden, wenn die Verfügbarkeit der zweiten Shingrix®-Dosis gesichert ist. Denn ein vollständiger Impfschutz erfordert zwei Dosen.

Nun könnte die Impfbereitschaft, sich gegen Herpes Zoster impfen zu lassen, eventuell etwas abnehmen: Die AkdÄ (Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft) berichtet nämlich von bei ihr gemeldeten Fällen, „in denen Patienten in engem zeitlichem Zusammenhang mit einer Shingrix®-Impfung an Herpes zoster (HZ) erkrankt sind“.

Weitere auffällige Hautreaktionen

Teilweise trat der HZ in dem Dermatom auf, in dem die Impfung appliziert wurde. Es wurden aber auch Schmerzen in einem früher von HZ betroffenen Dermatom berichtet. Dermatome sind Hautbereiche, die einem Rückenmarkssegment und dem dazugehörenden Rückenmarksnerv bezüglich Empfindung zugeordnet sind. Der AkdÄ liegen zusätzlich Berichte über „ausgeprägte, zum Teil bullöse Hautreaktionen“ vor, die deutlich über die Injektionsstelle hinausgehen. 

In manchen der Fälle sei ein HZ in der Vorgeschichte dokumentiert. Zwar sei bei den gemeldeten Fällen noch nicht klar, ob „tatsächlich ein kausaler Zusammenhang zwischen Impfung und HZ beziehungsweise anderen Hautveränderungen besteht“. Wenn derartige Fälle beobachtet werden, sollen diese aber an die AkdÄ und „gegebenenfalls namentlich an das zuständige Gesundheitsamt“ gemeldet werden. Die AkdÄ bittet um folgende Angaben:

  • Datum der Impfung, Applikationsstelle
  • Datum des Auftretens des HZ, betroffenes Dermatom
  • gegebenenfalls Angabe eines HZ in der der Vorgeschichte
  • Chargenbezeichnung

Dass solche Fälle, wie berichtet auftreten, scheint nicht gänzlich unerwartet gewesen zu sein. Die AkdÄ weist darauf hin, dass auch laut Fachinformation bei Patienten mit Herpes zoster in der Vorgeschichte nach der Shingrix®-Impfung eine höhere HZ-Rezidivrate gefunden wurde als bei ungeimpften Personen zu erwarten wäre. 

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