Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die ganze Welt weiterhin fest im Griff. Noch immer ist die Zahl der Toten sehr hoch. Die Rufe nach Ende des Lockdowns werden immer lauter. Die Regierung wird für die Maßnahmen immer stärker kritisiert. Alles Wichtige zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

Top-News zur Corona-Pandemie am 1. Februar 2021

  • Fast alle Intensivbetten belegt: Tschechische Petition fordert Corona-Hilferuf an Deutschland (15.05 Uhr)
  • Mehr als 3100 Soldaten helfen in Alten- und Pflegeheimen (14.21 Uhr)
  • Für Quarantäne-Verweigerer: Corona-Knast in Schleswig-Holstein öffnet heute (11.04 Uhr)

Corona-Pandemie im Überblick:

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Fast alle Intensivbetten belegt: Tschechische Petition fordert Corona-Hilferuf an Deutschland

15.05 Uhr: Immer mehr Menschen in Tschechien fordern ihre Regierung auf, Deutschland um Hilfe bei der Behandlung von Corona-Intensivpatienten zu ersuchen. Eine Online-Petition mit dem Titel "Öffnet die Grenzen für Rettungswagen" hatten bis Montag bereits mehr als 2700 Menschen unterzeichnet. Frustriert äußerte sich der Präsident der Karlsbader Region im Westen des Landes, Petr Kulhanek. Er habe an das Kabinett in Prag appelliert, über Verlegungsmöglichkeiten nach Sachsen oder Bayern zu verhandeln. "Und nichts", schrieb der konservative Politiker bei Twitter.

In der Verwaltungsregion um Karlsbad (Karlovy Vary) war kein einziges Intensivbett für Corona-Patienten mehr frei. In der benachbarten Region Pilsen (Plzen) gab es noch ein einziges. Besonders dramatisch entwickelt sich die Lage im Stadtkrankenhaus von Eger (Cheb). Täglich werden von dort Patienten mit Krankenwagen oder Armeehubschraubern in weit entfernte Kliniken innerhalb Tschechiens verlegt – teilweise über Hunderte Kilometer. Dabei ist die Grenzstadt auf drei Seiten von Deutschland umgeben.

Gesundheitsminister Jan Blatny ist der Ansicht, dass ausländische Hilfe nicht erforderlich ist, solange in anderen Landesteilen Kapazitäten verfügbar sind. Kritiker merken an, dass der Nordwesten des Landes seit Jahren medizinisch unterversorgt sei. In der Karlsbader Region gibt es kein einziges Universitätskrankenhaus. Die Behörden meldeten am Montag landesweit 2540 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als 987 000 nachgewiesene Infektionen und 16 392 Todesfälle.

Mehr als 3100 Soldaten helfen in Alten- und Pflegeheimen

14.21 Uhr: Die Bundeswehr hat die Zahl der in der Corona-Pandemie zum Schutz in Alten- und Pflegeheimen eingesetzten Soldaten deutlich gesteigert. Inzwischen seien 3145 Frauen und Männer im Einsatz, teilte die Bundeswehr am Montag mit. Aus mehr als der Hälfte der 404 Landkreise gebe es Anträge auf Amtshilfe. Bis Montag hatten 206 der Gebietseinheiten die Bundeswehr um Hilfe gebeten. Das Bundeskabinett hatte in der vergangenen Woche die Kostenfreiheit der Unterstützung geregelt. Das Verteidigungsministerium kündigte an, deutlich mehr Soldaten für Schnelltests bereitzustellen.

Für Quarantäne-Verweigerer: Corona-Knast in Schleswig-Holstein öffnet heute

11.04 Uhr: Wer sich in Schleswig-Holstein hartnäckig einer auferlegten Corona-Quarantäne verweigert, dem droht seit Montag im Extremfall eine Unterbringung. In einer eigenständigen Einrichtung auf dem Gelände der Jugendarrestanstalt Moltsfelde in Neumünster ist Platz für bis zu sechs Quarantäne-Verweigerer. Bis Freitagnachmittag sei aber nicht absehbar gewesen, dass die Kreise bereits Gebrauch von der Unterbringungsmöglichkeit machen, sagte eine Sprecherin des Landkreistags.

Über eine vom Gesundheitsamt verfügte Unterbringung muss letztlich ein Gericht entscheiden. Laut Infektionsschutzgesetz kommt eine sogenannte Absonderung als letztes Mittel in Betracht. Das heißt, jemand muss sich erkennbar weigern, Auflagen einzuhalten, Verstöße müssen nachgewiesen und eine sogenannte Gefährderansprache erfolglos geblieben sein. Wie viele Quarantäneverweigerer im Land es gibt, ist nicht bekannt. Christian Charisius/dpa

Der Kreis Segeberg wird die Unterkunft betreiben und den anderen Kreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung stellen. 12 bis 15 Mitarbeiter werden über Honorarverträge beschäftigt. Freiwillig gemeldet hatten sich mehr als 30 ehemalige Polizei- und Justizvollzugsbeamte.

RKI-Zahlen: 11 192 neue Corona-Infektionen gemeldet – 399 Todesfälle

07.50 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen innerhalb eines Tages 11.192 neue Corona-Infektionen gemeldet. Vor genau einer Woche waren es noch 12.257 gemeldete Neuinfektionen gewesen. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Seit Beginn der Pandemie zählt das RKI 2.216.363 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland.

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus stieg um 399 auf insgesamt 56.945 (Stand: 31.01., 00.00 Uhr). Am Sonntag vor einer Woche waren 349 Fälle gemeldet worden, bei denen Patienten im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind.

Der Höchststand von 1244 binnen eines Tages erfassten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war der höchste Wert mit 33 777 am 18. Dezember gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 0,91 (Vortag 0,92). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 91 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.  
 

Israel verlängert erneut seinen Corona-Lockdown

Montag, 1. Februar, 6.14 Uhr: Israel hat seinen Corona-Lockdown erneut verlängert. Die Maßnahmen gelten nun vorerst bis kommenden Freitagabend, wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und das Gesundheitsministerium am Sonntag nach einer Kabinettssitzung mitteilten. Die Restriktionen wären ohne die Verlängerung am Sonntag um Mitternacht abgelaufen.

Trotz einer intensiven Impfkampagne sind die Infektionszahlen in Israel weiterhin hoch. Der Januar war in Israel mit insgesamt mehr als tausend Corona-Toten der Monat mit den meisten Todesfällen seit Beginn der Pandemie. 

Am Mittwoch will das Kabinett erneut über eine mögliche abermalige Verlängerung des Lockdowns beraten, wie es in der Mitteilung hieß. Der Lockdown ist seit dem 27. Dezember in Kraft.

Am Sonntag setzten sich tausende ultraorthodoxe Juden bei der Bestattung eines Rabbiners in Jerusalem über die Corona-Regeln hinweg. Ohne sich an die Abstandsregeln zu halten und großteils auch ohne Masken folgte die Menge dem Trauerzug für den Leiter einer einflussreichen Talmudschule.

Strengreligiöse Juden stehen in Israel im Mittelpunkt der Bemühungen, die Weiterverbreitung des Coronavirus unter Kontrolle zu bekommen. Immer wieder verstoßen sie gegen die Lockdown-Bestimmungen, insbesondere wenn es um Synagogen und Talmudschulen geht. Dies sorgte in den vergangenen Tagen immer wieder für heftige Zusammenstöße mit der Polizei. Nach Angaben eines Fotografen der Nachrichtenagentur AFP griffen die Sicherheitskräfte diesmal jedoch nicht ein.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 291.754 (keine Angabe am Wochenende), 7004 Todesfälle (keine Angabe am Wochenende)
  • Bayern: 402.304 (+1743), 10.371 Todesfälle (+33)
  • Berlin: 119.937 (+140), 2276 Todesfälle (+12)
  • Brandenburg: 69.188 (+437), 2403 Todesfälle (+14)
  • Bremen: 15.968 (+35), 269 Todesfälle (+0)
  • Hamburg: 46.407 (+135), 1071 Todesfälle (+5)
  • Hessen: 171.823 (+940), 4812 Todesfälle (+26)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 19.935 (+91), 451 Todesfälle (+3)
  • Niedersachsen: 142.619 (+985), 3282 Todesfälle (+15)
  • Nordrhein-Westfalen: 485.841 (+2434), 10.781 Todesfälle (+67)
  • Rheinland-Pfalz: 93.016 (+407), 2529 Todesfälle (+16)
  • Saarland: 25.782 (+88), 749 Todesfälle (+1)
  • Sachsen: 180.211 (+469), 6283 Todesfälle (+7)
  • Sachsen-Anhalt: 52.394 (+368), 1760 Todesfälle (+9)
  • Schleswig-Holstein: 36.190 (+183), 888 Todesfälle (+11)
  • Thüringen: 65.410  (+489), 2187 Todesfälle (+24)

Gesamt (Stand 31.01.2021, 21.23 Uhr): 2.203.239 (+8944), 57.114 Todesfälle (+243)

Vortag (Stand 30.01.2021, 21.53 Uhr): 2.194.295 (+9856), 56.871 Todesfälle (+575)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei ca 1.921.700 (+9.900). Die Zahl der aktiven Fälle liegt somit bei 224.425.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (4-Tage-R-Wert): 1,01 (Vortag: 0,93, vor drei Tagen: 0,77)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 4343 (Vergleich zum Vortag: -2)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 2338 (Vergleich zum Vortag: -56)

  • Lesen Sie auch: Impf-Streit: Mit zwei Telefonaten brachte Boris Johnson von der Leyen zum Einknicken

 

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