Die Gematik soll künftig dafür sorgen, dass die verschiedenen IT-Anwendungen im Gesundheitswesen miteinander kommunizieren können. Per Verordnung nimmt das BMG sie in die Pflicht, eine entsprechende Koordinierungsstelle zu schaffen. Ein Expertengremium soll diese unterstützen.

Ein Kanon für die Gesundheits-IT – davon träumt die Gematik in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung. Ziel der jüngst in Kraft getretenen „Gesundheits-IT-Interoperabilitäts-Governance-Verordnung“ (GIGV) ist es sicherzustellen, dass Gesundheits-IT-Anwendungen fähig sind, miteinander in Kontakt zu treten und Informationen auszutauschen. Die Zuständigkeit hierfür delegiert das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mit der GIGV an die Gematik – diese soll künftig als nationale Koordinierungsstelle fungieren. Sie soll die Interoperabilität und die Anforderungen an Schnittstellen regeln und die notwendigen organisatorischen Rahmenbedingungen schaffen.

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Wie die Gematik informiert, wird die Koordinierungsstelle künftig gemeinsam mit einem Expertengremium prüfen, welche „Standards, Profile und Leitfäden noch bestehende Brüche im Austausch von Gesundheitsdaten in Deutschland schließen können“ und über deren verbindlichen Einsatz entscheiden. Existierenden und international anerkannten Standards, Profilen und Leitfäden wird demnach Vorrang vor neu zu entwickelnden oder gar Eigenentwicklungen einzelner Akteure gegeben. „Im Ergebnis sollen verbindliche Empfehlungen für ein interoperables Gesundheitssystem entstehen, die aus interdisziplinärer Teamarbeit und konsensbasierten Entscheidungsprozessen hervorgegangen sind“, schreibt die Gematik.

Die Grundlage der GIGV wurde mit dem Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG) geschaffen, das im vergangenen Juni in Kraft getreten ist. Es ist das dritte große Digitalisierungsgesetz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) und dem Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG).

Laut Stefan Höcherl, Leiter Strategie & Standards bei der Gematik, ist die Verordnung für das deutsche Gesundheitswesen „ein wichtiger Schritt, die Förderung von Standards und Interoperabilität im Gesundheitswesen ganzheitlich und kooperativ anzugehen. Wir freuen uns auf diese Aufgabe und die ergebnisorientierte Zusammenarbeit mit den Experten aus den ganz unterschiedlichen Feldern des Gesundheitssystems.“ Es werde in diesem von der Gematik koordinierten und moderierten Expertengremium darum gehen, „die für eine bessere medizinische Versorgung und Forschung notwendigen Handlungsfelder und Bedarfe für Standards, Profile und Leitfäden zu identifizieren und Empfehlungen auszusprechen“, so Höcherl.

Wissensplattform löst VESTA ab

Eine weitere Rolle nimmt die Gematik laut Verordnung künftig auch als Betreiber und Gestalter der Wissensplattform ein. Diese löst das bestehende Interoperabilitätsverzeichnis VESTA ab und wird den Angaben zufolge „nach den Bedarfen der Nutzer“ weiterentwickelt. Auf dieser Plattform wird die Gematik laut Mitteilung zum Beispiel aktuelle Informationen zur Arbeit des Expertengremiums, der Arbeitskreise sowie Standards und Empfehlungen veröffentlichen. Höcherl kommentiert: „Wir freuen uns, damit künftig eine verbesserte konkrete Orientierungshilfe im deutschen Digital Health Markt für Anwender, Hersteller und Fachexperten mit eigener Community anbieten zu können. Die Wissensplattform wird in Englisch auch ein internationales Aushängeschild für die Erfolge der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens sein.“

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