Wer jung ist, schert sich oft wenig um seine Gesundheit. Erst mit zunehmendem Lebensalter wächst meist die Sorge um das körperliche Wohlbefinden. Alt werden – das wünschen sich viele. Doch noch viel wichtiger ist es, möglichst lange ohne körperliche Leiden und Krankheiten zu altern. Wie lässt sich das erreichen?

Eine Studie, die vor kurzem im British Medical Journal (BMJ) veröffentlicht wurde, liefert Hinweise, wie ein gesundheitsbewusster Lebensstil aussehen könnte, mit dem das gelingt. Demnach können Männer mit dem richtigen Lebensstil bis zu sieben Jahre in guter Gesundheit dazu gewinnen. Bei Frauen fällt diese Schätzung noch üppiger aus: Ein gesunder Lebenswandel verhilft ihnen im Schnitt zu zehn Extra-Lebensjahren, die sie frei von Krebs, Herzproblemen und Typ-2-Diabetes verbringen können.

Für die Studie werteten US-Forscher die Daten von rund 111.000 Menschen in einem Zeitraum von über 20 Jahren aus. Im Alter von 50 Jahren mussten die Studienteilnehmer angeben, ob sie mindestens vier der folgenden fünf Kriterien erfüllten:

50-jährige Frauen, die mindestens vier der fünf Faktoren erfüllten, lebten im Schnitt noch 34 Jahre frei von Diabetes, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krebs. Bei Frauen, die keine der fünf Kriterien erfüllten, waren es im Schnitt nur 24 Jahre. Gesundheitsbewusste Männer verbrachten im Schnitt noch 31 „gesunde“ Jahre. Bei eher nachlässigen Männern waren es dagegen nur 24 Jahre.

Je gesünder, desto besser

Je mehr Faktoren die Teilnehmer erfüllten, desto besser: Grundsätzlich stieg die Anzahl der gesunden Lebensjahre mit jedem weiteren Faktor an. Schon kleine Änderungen im Alltag könnten sich damit bezahlt machen. Auf der anderen Seite scheinen gewisse gesundheitsschädliche Verhaltensweisen besonders schwer ins Gewicht zu fallen: Schlechte Karten haben demnach Männer, die im Schnitt mehr als 15 Zigaretten am Tag rauchen und fettleibige Menschen mit einem BMI von über 30. Sie haben im Alter von 50 Jahren statistisch gesehen mit der geringsten Anzahl beschwerdefreier Jahre zu rechnen. 

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, kann das Forscherteam um Frank Hu von der Harvard School of Public Health in Boston letztlich nicht nachweisen, dass die Lebensstilfaktoren ausschlaggebend für den beobachteten Effekt waren. Doch dieser Verdacht ist naheliegend, da viele Krankheiten durch gesundheitsschädliche Verhaltensweisen gefördert werden. Studien zeigen, dass Rauchen, körperliche Inaktivität, ungesunde Ernährung und übermäßiger Alkoholkonsum bis zu 60 Prozent der vorzeitigen Todesfälle ausmachen. Allein das Rauchen von Zigaretten steht in Zusammenhang mit der Entstehung von mehr als zehn verschiedenen Krebsarten. 

Studienleiter Frank Hu ist von der Aussagekraft der Publikation überzeugt und nannte sie „eine positive Botschaft für die Gesellschaft“. Ein gesunder Lebensstil führe nicht nur zu mehr Lebensjahren, sondern vor allem auch zu mehr Lebensjahren, die in Gesundheit verbracht werden können.

Quelle: BMJ 

Neu in Gesundheit

Tattoocreme und Co.

Frisch gestochenes Tattoo: Das müssen Sie bei der Nachsorge beachten

stern Reisewelten

Westeuropa Kreuzfahrt ab Hamburg mit All Inclusive ab 499 Euro

Mexiko

Mann nahm Potenzpillen für Zuchtbullen: Nach dreitägiger Erektion musste er operiert werden

Heilversprechen mit Hanf

Produkte mit Cannabiswirkstoff CBD: "Geschäft mit der Psyche von Menschen"

Schluss mit Winterblues

Lichttherapie: Wie eine Tageslichtlampe Winterdepressionen entgegenwirken kann

China

Medikamente zu teuer: Frau mit seltener Krankheit lebt seit elf Jahren auf der Intensivstation

Winterdecken im Test

Stiftung Warentest prüft Bettdecken: Muss gut auch immer teuer sein?

Wissenschaft schnell erklärt

Warum Crystal Meth Menschen in Zombies verwandelt

Koreanische Kosmetik

Schönheitsgeheimnisse aus Fernost: Schicht für Schicht zu schöner Haut

ARD-Doku über Organspende

"Total frustrierend": So erleben Ärzte den Organmangel in Deutschlands Kliniken


Arbeiten im Sitzen oder Stehen

Ergonomie am Arbeitsplatz: So beugen Sie körperlichen Beschwerden vor


Pamela Reif

"Viele Frauen mühen sich eine Stunde auf dem Stepper ab, dabei ist das total uneffektiv"

Coronavirus

Erster Todesfall durch rätselhafte neue Lungenkrankheit in China

"Candida auris" in den USA

Drei Patienten betroffen: Gefährlicher Hefepilz mutiert bei Behandlung

"Animal Hoarding"

Phänomen Tier-Messies – warum Menschen krankhaft Katzen, Hunde und Vögel sammeln

"Hirn-Funktion betroffen"

Justin Bieber hat Borreliose – das macht die Krankheit so tückisch

Hochansteckende Krankheit

WHO schlägt Alarm: Mehr als 6.000 Tote durch Masern im Kongo

Gehirnentzündung

Borna-Virus: Mehr tödliche Infektionen in Deutschland als bisher angenommen

Belastung für Gewässer

Ab ins Klo? Bitte nicht! So entsorgen Sie Medikamente, ohne der Umwelt zu schaden


Infektion durch Snack

Popcorn zwischen den Zähnen bringt Familienvater in Lebensgefahr – eine Herz-OP rettet ihn

Hautunreinheiten

Was hilft gegen Pickel? Mit diesen Tipps verbessern Sie Ihr Hautbild

Quelle: Den ganzen Artikel lesen