Informationen zu Corona-Impfstoffen

Nach Weihnachten sollen in Deutschland die Impfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 beginnen. Aber wie wirken die neuen Impfstoffe, welche Nebenwirkungen haben sie und was ist noch nicht über sie bekannt? Fachleute haben nun Informationen zu den Impfstoffkandidaten, die hierzulande voraussichtlich zur Impfung angeboten werden, online veröffentlicht.

Bald werden auch hierzulande die ersten Bürgerinnen und Bürger gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft. Die Impfstoffkandidaten, die voraussichtlich in Deutschland zur Impfung angeboten werden, sind BNT162b2 (Hersteller: BioNTech/Pfizer) sowie mRNA-1273 (Hersteller: Moderna). Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat nun wichtige Informationen zu den beiden Impfstoffen zusammengefasst.

Infos zu zwei Impfstoffkandidaten

Wie das IQWiG in einer aktuellen Mitteilung schreibt, sind die ersten beiden Kurzinfos über Impfstoffkandidaten, die voraussichtlich in Deutschland zur Corona-Impfung angeboten werden, bereits online.

Der Impfstoff BNT162b2 (Hersteller: BioNTech / Pfizer) wurde in einer Phase-3-Studie mit 43.500 Teilnehmenden getestet, der Impfstoff mRNA-1273 (Hersteller: Moderna) in einer Phase-3-Studie mit 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

In Phase-3-Studien wird die Wirksamkeit sowie Sicherheit von Impfstoffen unter Alltagsbedingungen an vielen Tausend Menschen erprobt. Solche Studien sind die tragende Säule für eine Zulassung. Für beide Impfstoffe berät die Europäische Arzneimittel-Agentur (European Medicines Agency = EMA) derzeit, ob eine Zulassung für Europa empfohlen wird.

„Viele Bürgerinnen und Bürger sind mit dem Lesen der entsprechenden Fachinformationen überfordert“, so Klaus Koch, Leiter des Ressorts Gesundheitsinformation. „Das IQWiG bietet daher allgemein verständliche Informationen zu den Corona-Impfstoffen.“

Impfstoff von BioNTech / Pfizer

Wenn die beiden Impfstoffe zugelassen sind, wird in Deutschland festgelegt, welchen Personengruppen in welcher Reihenfolge die Impfungen angeboten werden sollen.

Zum Impfstoff BNT162b2 (BioNTech / Pfizer) erklärt das IQWiG auf dem Portal „gesundheitsinformation.de“, dass dieser in die Muskulatur eines Oberarms gespritzt wird. Es sind zwei Spritzen erforderlich: Die zweite Impfdosis wird drei Wochen nach der ersten gegeben.

In der oben genannten Studie zeigte sich, dass das Risiko, an COVID-19 zu erkranken, durch die Impfung deutlich sank (um etwa 95 Prozent). Den vollen Impfschutz hat man erst eine Woche nach der zweiten Dosis. Allerdings lässt sich bislang noch nicht sicher beurteilen, wie gut die Impfung auch schwere Verläufe verhindert.

Noch unklar ist auch, ob man sich trotz einer Impfung mit SARS-CoV-2 anstecken kann, dann aber ohne Beschwerden bleibt. Ob eine geimpfte Person das Virus trotzdem übertragen kann, muss ebenfalls weiter untersucht werden.

Nebenwirkungen der Impfung mit BNT162b2

Auch Nebenwirkungen der Impfung mit BNT162b2 wurden festgestellt: So traten bei 73 Prozent der Geimpften Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle auf. Und bei 70 Prozent kam es zu Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskel- oder Gelenkschmerzen.

Bei etwas weniger als ein Prozent der Teilnehmenden kam es durch die Impfung zu einer meist harmlosen Schwellung der Lymphknoten. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass es durch die Impfung zu schweren Nebenwirkungen kommt.

In der Impfgruppe trat bei sehr wenigen Menschen (0,02 Prozent) eine Lähmung des Gesichtsnervs (Fazialisparese) auf. Es kam auch zu möglicherweise allergischen Reaktionen (bei 0,1 Prozent). Ob beides im Zusammenhang mit der Impfung steht, ist aber unklar.

Impfstoff von Moderna

Auch der Impfstoff mRNA-1273 des Herstellers Moderna wird in die Muskulatur eines Oberarms gespritzt, heißt es auf „gesundheitsinformation.de“. Es sind zwei Spritzen erforderlich: Die zweite Impfdosis wird vier Wochen nach der ersten gegeben. Den vollen Impfschutz hat man erst eine Woche nach der zweiten Dosis.

In der Studie zeigte sich, dass die Impfung jüngere Altersgruppen etwas besser (96 Prozent) als Menschen über 65 Jahren (86 Prozent) schützte. Zudem wurde festgestellt, dass dieser Impfstoff das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf deutlich verringern konnte.

Auch hier ist noch unklar, ob man sich trotz Impfschutz mit SARS-CoV-2 anstecken kann, dann aber ohne Beschwerden bleibt. Und auch, ob eine geimpfte Person das Virus dann trotzdem übertragen kann, muss noch weiter untersucht werden.

Nebenwirkungen der Impfung mit mRNA-1273

Bei 92 Prozent der mit mRNA-1273 Geimpften kam es zu Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle oder Schwellung der Lymphknoten. 83 Prozent berichteten über Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen.

Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass es durch die Impfung zu schweren Nebenwirkungen kommt.

In der Impfgruppe trat bei sehr wenigen Menschen (0,01 Prozent) eine Lähmung des Gesichtsnervs (Fazialisparese) auf. Es kam auch zu möglicherweise allergischen Reaktionen (bei 0,4 Prozent). Ob beides im Zusammenhang mit der Impfung steht, ist auch hier unklar.

Offene Fragen

Unklar bei beiden Impfstoffen ist derzeit noch:

  • Wie lange hält der Impfschutz an?
  • Gibt es seltene Nebenwirkungen, die sich in der Studie nicht zeigten?
  • Gibt es verzögerte Nebenwirkungen, die sich erst Monate nach der Impfung zeigen?
  • Wie wirksam ist der Impfstoff im Vergleich zu anderen Impfstoffen?
  • Wie wirksam und sicher ist der Impfstoff bei Gruppen, die in den Studien entweder gar nicht oder kaum eingeschlossen waren (zum Beispiel Kinder, Schwangere oder Menschen mit einer Immunschwäche)?
  • Ist die Impfung für Personen sinnvoll, die bereits eine COVID-19-Infektion hatten?
  • Wie gut schützt die Impfung vor Langzeitschäden durch COVID-19?
  • Wie wirksam werden auch asymptomatische Infektionen verhindert?
  • Wie gut verhindert der Impfstoff die Übertragung des Coronavirus SARS-CoV-2?

Die Zulassungsstudien zu den beiden Impfstoffen werden fortgesetzt. Daher können sie in den nächsten Monaten noch weitere Erkenntnisse zur Wirksamkeit und zu Nebenwirkungen liefern. (ad)

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