Sind Apotheken noch zeitgemäß? Diese Frage poppt immer wieder auf, vor allem unter Gesundheitsökonomen. Aber auch andere mit Spar-Ideen für das Gesundheitswesen stellen sie gerne. Unser Kolumnist #DerApotheker hat darauf eine ganz klare Antwort.

Während meines Pharmaziestudiums musste ich einmal zum Arzt. Warum weiß ich nicht mehr. Ich weiß auch nicht mehr, was das für ein Arzt war. Ich bin nie wieder hin.

Woran ich mich allerdings sehr gut erinnere, ist, dass der ältere Herr mich fragte, was ich denn so beruflich mache, und wie er auf meine Antwort reagierte, als ich ihm sagte, dass ich Pharmazie studiere.

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„Sie wollen Apotheker werden? Apotheker braucht kein Mensch. Wir Ärzte können genauso gut eine Schublade aufziehen und dem Patienten das benötigte Medikament mitgeben!“ Ich war damals sehr erstaunt über seine Aussage, hatte aber auch keine Lust mit ihm zu diskutieren. Es hätte doch sowieso zu nichts geführt. Als ich dann fertig studiert hatte und endlich in der Apotheke stand, bestätigte sich das, was ich auch damals schon dachte: Ohne uns würde das Gesundheitssystem nicht funktionieren.

#DerApotheker auf DAZ.online

#DerApotheker teilt via Twitter, Instagram, Facebook und Publikum mit zehntausenden Followern Geschichten aus der Apotheke, nützliche Infos über Arzneimittel und klärt zur Pseudomedizin auf. Darüber hinaus ist er Autor des Buchs „Die Wahrheit über unsere Medikamente“, das im April 2021 veröffentlicht wurde. Seit kurzem macht er auch mit einer regelmäßigen Kolumne auf DAZ.online auf sich aufmerksam. 

Man stelle sich mal vor, es würde keine Apotheken geben, und jeder würde immer sofort zum Arzt oder zur Ärztin rennen. Man müsste dann noch viel länger warten, bis man dran kommt, als ohnehin schon. Man bräuchte vermutlich sogar einen Termin, um sich etwas gegen seine Erkältung zu kaufen, der dann womöglich so weit in der Zukunft liegen würde, dass man dann eh schon lange nicht mehr erkältet wäre.

Aber nicht nur das. Wir sind immer noch eine letzte Kontrollinstanz. Zum Beispiel prüfen wir, ob sich die Arzneimittel miteinander vertragen, die verordnet wurden. Vor allem, weil der eine Arzt nicht weiß, was die andere Ärztin verordnet hat oder vice versa. Selbst wenn jeder bald auf die Daten zugreifen könnte, was der Patient oder die Patientin sonst so einnimmt, sind wir immer noch die Spezialist:innen für Arzneimittel.

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