Das Coronavirus hat Deutschland und die Welt fest im Griff. In Deutschland wurden zuletzt wieder Rekordwerte an Neuinfektionen gemeldet. Derweil ist die Krankschreibung per Telefon ab sofort wieder möglich. Alles Wichtige zum Coronavirus finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

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  • Die aktuellen Zahlen nach Bundesländern

Topmeldungen zum Coronavirus

  • Krankschreibung per Telefon ab sofort wieder möglich (06.09 Uhr)
  • Kritische Corona-Lage in Italien (06.07 Uhr)
  • 3946 Neuinfektionen – Gesundheitsämter haben massive Probleme bei der Nachverfolgung (20.40 Uhr)

Krankschreibung per Telefon ab sofort wieder möglich

06.09 Uhr: Wegen der verschärften Corona-Lage können Patienten mit Erkältungsbeschwerden sich jetzt wieder bundesweit telefonisch eine Krankschreibung besorgen. Die Sonderregelung trat am Montag in Kraft und gilt vorerst bis zum Jahresende – das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen am Donnerstag beschlossen. Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen müssen somit nicht in eine Praxis gehen, nur weil sie eine Krankschreibung benötigen. Das soll helfen, volle Wartezimmer und Ansteckungsrisiken zu vermeiden.

Die entsprechenden Krankschreibungen gibt es jeweils für sieben Tage. Die Ärzte müssen dazu die Patienten persönlich am Telefon zu ihrem Zustand befragen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden.

Bundesweit waren telefonische Krankschreibungen bereits in der Anfangsphase der Pandemie möglich. Später war entschieden worden, diese nur noch abhängig vom Infektionsgeschehen auf Antrag regional und zeitlich befristet per Ausnahmeregelung zuzulassen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte sich zuletzt dafür stark gemacht, die Regelung angesichts steigender Corona-Infektionszahlen im Herbst und Winter wieder auszudehnen. Das Instrument habe die Praxen bereits im März und April erheblich entlastet. Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Kritische Lage in Italien

Montag, 19. Otkober, 06.07 Uhr: Italien verschärft zum dritten Mal in weniger als zwei Wochen die Vorschriften zum Coronaschutz für die rund 60 Millionen Bürger. Wegen steil steigender Ansteckungskurven schränkt die Regierung in Rom die Gastronomie weiter ein. Auch Sporttreiben gilt als risikoreich. Ministerpräsident Giuseppe Conte rief die Italiener zu "maximaler Vorsicht" auf, um sich und ihre Mitmenschen vor einer Ansteckung zu schützen. Er sprach am Sonntagabend im Fernsehen von einer "kritischen Lage".

Nach den neuen Vorschriften dürfen in Lokalen höchstens sechs Menschen am Tisch sitzen, wie Conte sagte. Die Sperrstunde für Restaurants und Bars mit Tischservice bleibe bei Mitternacht. Lokale ohne Sitzplätze müssten jedoch nach 18 Uhr den Service einstellen. Bürgermeister werden ermuntert, beliebte Plätze abends zu schließen, auf denen sich viele Leute treffen. Büros sollen die Arbeit zu Hause forcieren. Das Dekret selbst werde in Kürze präsentiert.

Sportwettbewerbe von Amateuren sollen eingeschränkt werden. Außerdem gab Conte den Sportstudios eine Woche Zeit für schärfere Anti-Corona-Maßnahmen. Ansonsten drohe eine Schließung.

Die Regierung hatte zuvor hart mit den Vertretern der 20 Regionen gerungen. Es geht darum, die von der Pandemie angeschlagene Wirtschaft am Laufen zu halten. Zugleich soll der Anstieg der Infektionszahlen gebremst werden, um das Gesundheitssystem vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

Am 7. Oktober hatte Rom eine nationale Maskenpflicht beschlossen, die auch im Freien gilt. Wenig später folgten ein Party-Verbot und die Sperrstunde um Mitternacht. Im Laufe des Oktobers hatte sich der Anstieg der Infektionszahlen drastisch beschleunigt. Aus rund 2500 Fällen täglich Anfang Oktober sind bis Sonntag fast 12.000 Ansteckungen in 24 Stunden geworden. Laut Gesundheitsministerium lag der Vergleichswert, der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erfasst, Mitte Oktober in Italien bei 46,8 Fällen. Vincenzo Nuzzolese/SOPA Images v

3946 Neuinfektionen in Deutschland – Gesundheitsämter haben massive Probleme bei der Nachverfolgung

20.40 Uhr: Die Gesundheitsämter melden 3946 neue Corona-Fälle in Deutschland, 11 weitere Menschen starben an den Folgen der Erkrankung. Dabei meldeten vier Bundesländer an diesem Sonntag keine aktuellen Fallzahlen: Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Insgesamt haben sich 362.779 Personen in Deutschland bisher mit dem Virus infiziert, rund 291.900 sind inzwischen wieder genesen.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 60.039 (+674), 1.932 Todesfälle (+4)
  • Bayern: 78.187 (+0), 2.711 Todesfälle (+0)*
  • Berlin: 21.428 (+302), 241 Todesfälle (+2)
  • Brandenburg: 5.629 (+113), 180 Todesfälle (+1)
  • Bremen: 3.589 (+28), 62 Todesfälle (+0)
  • Hamburg: 9.908 (+162), 241 Todesfälle (+0)
  • Hessen: 25.440 (+407), 573 Todesfälle (+1)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1.712 (+26), 21 Todesfälle (+1)
  • Niedersachsen: 25.835 (+382), 712 Todesfälle (+1)
  • Nordrhein-Westfalen: 89.680 (+1.477), 1.943 Todesfälle (+0)
  • Rheinland-Pfalz: 13.642 (+284), 263 Todesfälle (+0)
  • Saarland: 4.451 (+39), 177 Todesfälle (+0)
  • Sachsen: 9.595 (+0), 255 Todesfälle (+0)*
  • Sachsen-Anhalt: 3.137 (+0), 71 Todesfälle (+0)*
  • Schleswig-Holstein: 5.626 (+0), 163 Todesfälle (+0)*
  • Thüringen: 4.881 (+88), 199 Todesfälle (+1)

*Diese Länder haben heute keine aktuellen Fallzahlen gemeldet

 

Gesamt (Stand 18.10., 21.02 Uhr): 362.779 (9744 Todesfälle)

Vortag (Stand 17.10., 20.02 Uhr): 358.833 (9733 Todesfälle)

 

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

 

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 291.900

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei: 61.135 (+2.035)

 

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (Stand 18.10.) 1,44 (Vortag: 1,40)

 

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 769 (+39)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 354 (+9)

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Sonntag bei 1,44 (Vortag: 1,40). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet je weils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Brisant sind die steigenden Infektionszahlen besonders mit Blick auf die Probleme bei der Nachverfolgung der Infektionsketten. Nach einem Bericht der "FAZ" zufolge erfahre das Robert-Koch-Institut in weniger als 30 Prozent der Infektionen den Ursprung einer Ansteckung. Das bestätigte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums dem Blatt. Grund sollen die überforderten Gesundheitsämter sein.

Laut einer Umfrage der Zeitung soll die Situation in Bayern besonders dramatisch sein. Hier sollen zuletzt 80 Prozent der Ansteckungsorte unbekannt geblieben sein. Hinzu kommt, dass von den ermittelten 20 Prozent jeder zweite sich im September und Anfang Oktober zu Hause ansteckte.

In Hessen ließen sich in der vergangenen Woche 38,8 Prozent aller Neuinfektionen zurückverfolgen. In Thüringen lag der Wert immerhin bei 44,6 Prozent. Während sich in Baden-Württemberg Mitte September noch 43,9 Prozent der Corona-Infektionen zuordnen ließen, lag der Wert dort in der zweiten Oktoberwoche nur noch bei knapp 20 Prozent.

Gesundheitsminister Jens Spahn betonte diese Woche auf der Bundespressekonferenz, dass die Nachverfolgung der Infektionen nach wie vor eines der größten Probleme der Pandemie in Deutschland sei.

Corona in Pflegeheim in Freital: Zwölf Soldaten helfen ab Dienstag

20.37 Uhr: Nach mehreren Coronafällen in einem Pflegeheim in Freital werden dort bald Bundeswehrsoldaten eingesetzt. Ein Amtshilfeantrag der Landkreisverwaltung an die Bundeswehr sei kurzfristig genehmigt worden, teilte das Landratsamt in Pirna am Sonntag mit. Von Dienstag an würden zwölf Soldaten im Schichtbetrieb die Einrichtung unterstützen. Welche Aufgabe die Soldaten übernehmen, wurde nicht mitgeteilt.

In dem Pflegeheim waren am Samstag ein Bewohner und fünf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt sind dort nun sechs Bewohner und sieben Mitarbeiter betroffen.

Angesichts der verschärften Corona-Lage hatte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer das Hilfsangebot der Bundeswehr bekräftigt. "Die Zahl der Amtshilfeanträge an die Bundeswehr nimmt gerade spürbar zu. Wir können helfen", erklärte die CDU-Politikerin am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. "So, wie es der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert, sollten jetzt alle Kräfte genutzt werden, um einen Lockdown zu vermeiden. Die Bundeswehr steht bereit, um in dieser kritischen Situation die Kommunen und Länder zu unterstützen!"

Bundespräsident Steinmeier: Auch zweiter Corona-Test fällt negativ aus

18.05 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich in Quarantäne begeben, nachdem einer seiner Personenschützer positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Ein erster Test bei Steinmeier fiel negativ aus, wie eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes am Samstag mitteilte. Dieses Ergebnis eines Schnelltests wurde dann durch einen sogenannten PCR-Test validiert – am Sonntag lag auch in diesem Verfahren ein negatives Ergebnis vor, wie die Sprecherin sagte. PCR-Tests sind genauer als Schnelltests. Steinmeier bleibe in Selbstquarantäne, in den kommenden Tagen soll er erneut getestet werden.

Der Bundespräsident befinde sich in seiner Dienstvilla in Berlin-Dahlem. Bei dem Personenschützer aus dem Kommando des Bundeskriminalamtes handele es sich um eine Kontaktperson ersten Grades des Bundespräsidenten.

dpa/Christoph Soeder/dpa Das Archivfoto zeigt den Bundespräsidenten beim Neujahrsempfang im Schloss Bellevue.  

Corona-Ausbruch auf Hochzeit im Saarland: 230 Gäste müssen in Quarantäne

17.47 Uhr: Immer wieder sind private Feiern der Auslöser für Corona-Ausbrüche. Das gilt nun auch für eine Hochzeitsfeier in Großrosseln im Saarland. Wie die „Bild“ berichtet, müssen dort 230 Gäste bis 25. Oktober in Quarantäne. Nach Informationen der Zeitung wurde der Corona-Fall erste eine Woche später, am vergangenen Freitag, bemerkt. Die Hygiene-Regeln sollen laut des Hallenbetreibers, bei dem die Feier stattfand, eingehalten worden sein, berichtet das Blatt.

„Die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter läuft sehr gut. Dem Gesundheitsamt wurde eine Beherbergungsliste ausgehändigt. Beim Abtelefonieren der Kontaktpersonen wurde deutlich, dass die allermeisten Gäste bereits durch das Hochzeitspaar informiert wurden und schon Bescheid wussten.“, erklärte Lars Weber, Pressesprecher vom Regionalverband Saarbrücken, in der „Bild“.

Nach den damals geltenden Corona-Verordnungen war die Anzahl der Gäste erlaubt, sogar bis zu 450 Menschen wären zu dieser Zeit in geschlossenen Räumen im Saarland erlaubt gewesen.

Wegen der steigenden Infektionszahlen sind seit Sonntag jedoch nur noch zehn Personen auf privaten Feiern im Saarland erlaubt.

Mitten im Hotspot: "Querdenker" demonstrieren in Dortmund – viele ohne Maske

17.14 Uhr:  Rund 1100 Menschen haben am Sonntag nach Polizeiangaben in der Dortmunder Innenstadt gegen die Corona-Auflagen demonstriert. Viele Teilnehmer der Initiative "Querdenken" hätten keinen Mund-Nasen-Schutz getragen oder die Maske abgenommen, berichtete die Polizei. Der Veranstalter habe sich darauf berufen, dass sehr viele durch ärztliches Attest von der Maskenpflicht befreit seien, sagte eine Sprecherin. Bei Überprüfungen waren am Nachmittag bereits mindestens zwei Fälschungen festgestellt und Strafanzeigen aufgenommen worden. Roberto Pfeil/dpa «Querdenken»-Demo in Dortmund

Mit großem Aufgebot hatte sich die Polizei in Dortmund auf die ursprünglich angemeldeten rund 3000 Protestierenden vorbereitet. Dortmund zählt zu den Städten, die die höchste Corona-Warnschwelle überschritten haben – mit über 50 Neuinfektionen gerechnet auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Am Sonntag wies das Robert Koch-Institut die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz hier mit 66,5 aus. Das heißt, es gelten verschärfte Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht auch in Fußgängerzonen und auf vollen Plätzen.

Auf den Transparenten der "Querdenker" standen Sprüche wie "Corona Diktatur Union" oder "Grundgesetz leben – gegen die Impf-Mafia". Auf einer – unterhalb der Nase getragenen – Maske stand: "Maulkorb". Ein einsamer Gegendemonstrant hielt in der Menge sein Schild hoch mit der Aufschrift "Corona tötet. Tragt Masken!" Zu Ausschreitungen kam es nach Angaben der Polizei vom Sonntagnachmittag nicht. Roberto Pfeil/dpa „Querdenken“-Demo in Dortmund

Die Behörden hatten im Vorfeld angekündigt, konsequent gegen gesundheitsgefährdendes Verhalten einzuschreiten. Dazu setzte die Polizei auch eine Drohne ein. Vorgeschrieben waren eine Aufteilung in Kleingruppen mit maximal fünf Personen, Mindestabstände und Mund-Nasen-Bedeckung.

NRW bietet Covid-19-Patienten aus den Niederlanden 80 Intensivbetten

16.55 Uhr: In Nordrhein-Westfalen stehen zurzeit 80 Betten in 48 Krankenhäusern zur intensivmedizinischen Versorgung niederländischer Covid-19-Patienten bereit. Das teilte das Landesgesundheitsministerium am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. "Mit Stand heute ist keines davon belegt", hieß es. In den Niederlanden greift das Coronavirus aktuell in Windeseile um sich. Die Lage in den dortigen Krankenhäusern gilt als bedrohlich. Versorgungsengpässe zwangen einige große Städte bereits, ihre Notaufnahmen zeitweilig zu schließen. dpa/Jean-Christophe Verhaegen/AFP Pool/AP/dpa Bundesaußenminister Heiko Maas

Außenminister Heiko Maas (SPD) bekräftigte die Bereitschaft Deutschlands, wieder Corona-Patienten aus anderen EU-Staaten aufzunehmen. "Wenn es bei unseren Nachbarn in der Versorgung von Corona-Patienten Engpässe gibt, bieten wir natürlich schnell Hilfe an, wie unsere Kapazitäten dies erlauben", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstag). "Europäisch können wir das jetzt über das neue Frühwarnsystem viel besser koordinieren als im Frühjahr. Auf diese Solidarität setze ich, wenn es ein schwieriger Herbst wird."

Neben NRW haben sich auch andere Bundesländer zur Aufnahme von Patienten aus EU-Nachbarstaaten bereiterklärt. So hat auch Niedersachsen Bereitschaft bekundet, dem Nachbarland Niederlande zu helfen. Nach Informationen des Auswärtigen Amtes gibt es auch Gespräche zwischen Bayern und Tschechien. Die EU stellt den Angaben zufolge 220 Millionen Euro für grenzüberschreitende Transporte von Patienten, Ausrüstung und Personal zur Verfügung.

Demo gegen Corona-Maßnahmen in Prag eskaliert

16.43 Uhr: Mehr als 2000 Fußball- und Eishockeyfans haben in Prag gegen die Corona-Einschränkungen im Sport protestiert. Dabei sei die maximal erlaubte Teilnehmerzahl bei Demonstrationen von 500 Menschen überschritten worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Veranstalter beendeten die Versammlung im Stadtzentrum nach rund einer Stunde.

Anschließend kam es zu Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Hooligans und den Sicherheitskräften. Rauchbomben und Feuerwerkskörper wurden gezündet. Bei Personenkontrollen wurden nach Angaben der Polizei unter anderem Schlagstöcke und Schusswaffen sichergestellt. Mehr als ein Dutzend Personen wurden festgenommen.

Derweil rief Ministerpräsident Andrej Babis die Menschen erneut auf, wenn möglich zu Hause zu bleiben. Die Regierung hatte ab dem 12. Oktober für zunächst zwei Wochen alle Sportveranstaltungen untersagt. Der Fußball-Ligabetrieb wurde daraufhin unterbrochen. Ausnahmen gelten nur für internationale Wettkämpfe.

In Tschechien wurde wegen der Coronavirus-Pandemie der Notstand ausgerufen. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt stark an. Am Samstag kamen 8713 neue Fälle hinzu, wie die Behörden am Sonntag bekanntgaben.

Klöckner warnt Bundesbürger vor Hamsterkäufen angesichts hoher Corona-Zahlen

16.10 Uhr: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) appelliert an die Verbraucher, trotz der steigenden Zahl von Corona-Infektionen keine größeren Mengen einzukaufen als sonst. "Für Hamsterkäufe gibt es keinen Grund", sagte Klöckner der "FAZ". "Die Lieferketten funktionieren – das gilt nach wie vor." Zu keiner Zeit in der Pandemie sei die Lebensmittelversorgung in Deutschland gefährdet gewesen.

"Wer hortet, handelt nicht nur unlogisch, sondern auch unsolidarisch", betonte die Ministerin. "Und am Ende landet vieles in der Tonne." Hintergrund ist, dass große Supermarktketten laut FAZ über eine steigende Nachfrage nach bestimmten Produkten ähnlich wie im Frühjahr berichten. In sozialen Netzwerken machen dem Bericht zufolge zudem Fotos von sich leerenden Regalen mit Toilettenpapier die Runde. dpa/Roberto Pfeil/dpa Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) spricht bei einer Pressekonferenz.

"Aus dem Lockdown-ähnlichen Zustand im Frühjahr liegen uns wichtige Erfahrungswerte vor, damit Wirtschaften in der Pandemie gelingt", sagte Klöckner weiter. Politik und Wirtschaft wüssten nun, wie "Vorsorge und Versorgung verantwortungsvoll organisiert" werden könnten. "Auch die Überzeugung, nicht mehr unabgesprochen Grenzen zu schließen, ist wichtig, damit der europäische Warenaustausch in Pandemiezeiten funktioniert." Sorgen um Engpässe seien unbegründet: "Wenn jeder normal einkauft, steht man auch selbst nicht irgendwann vor leeren Regalen."

Frankreichs Krankenhäuser bangen vor Patientenflut: „Die Situation ist dramatisch“

12.59 Uhr: Frankreich kämpft seit Wochen mit steigenden Corona-Zahlen. Am Samstag wurden binnen 24 Stunden mehr als 32.000 neue Corona-Infektionen gemeldet – ein Spitzenwert. Frankreich hat rund 67 Millionen Einwohner. Mehr als 33.000 Menschen sind bisher im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Besondere Sorge herrscht vor der Auslastung der Intensivstationen in großen Städten wie Paris. Immer mehr Covid-19-Patienten belegen dort die Betten.

„Die Situation ist dramatisch. Es ist offensichtlich, dass wir wieder auf einen starken Anstieg der Patientenzahlen zusteuern“, zitierte die „Tagesschau“ vor wenigen Tagen Jean Francois Timsit, Leiter der Intensivstation im Pariser Hôpital Bichat. Man könnte davon ausgehen, dass die Intensivstationen in einigen Tagen zu rund 60 Prozent belegt sein werden. „Ich wüsste nicht, wie wir das verhindern sollten.“ Das Grundproblem ist in seinen Augen das Verhalten vieler Menschen, die „einfach leben“ wollten und die geltenden Regeln oft schlecht befolgten.

Hinzu komme eine schlechte Stimmung in den Krankenhäusern. Insbesondere das Pflegepersonal sei vielerorts ausgelaugt. Die „Fédération Nationale des Infirmiers de Réanimation“, ein Verband der Krankenhausschwestern, teilte mit, dass man sehr besorgt auf die aktuelle Situation schaue. Es fehlten die Mittel, „um mit der zweiten Welle der Epidemie fertig zu werden“, heißt es in der Mitteilung, die „Le Monde“ veröffentlichte. Die gegenwärtige Situation sei sogar schwieriger als ganz zu Beginn der Pandemie. Viele Krankenhäuser sind noch immer durch nachgeholte Operationen überlastet. Die Prognose der Pflegekräfte: Alle Intensivstationen könnten schon Mitte November allein durch Covid-19-Patienen überlastet sein – wenn die Epidemie nicht grundlegend eingedämmt würde.   dpa Frankreich, Lille: Einer Frau wird in der Lille Zenith Arena ein Nasen-Abstrich entnommen um einen Covid-19-Test durchzuführen

Der Direktor der regionalen Gesundheitsagentur von Ile-de-France, Aurélien Rousseau, mahnte, 46 Prozent der Intensivbetten seien bereits belegt. Er warnte im Sender „France Inter“ vor einer großen Flut an Patienten, die alle Bereiche der Krankenhäuser betrifft. Operationen, die bereits im April hätten verschoben werden müssen, könnten nun erneut nicht stattfinden.

Und sogar aus den mittelgroßen Städten des Landes kommen Warnungen. „France Bleu“ zitiert Philippe Dalmon, krisenmedizinischer Direktor des Krankenhauses von Chambéry im Südosten des Landes: Noch stehe man nicht unter Druck. Doch die Lage könne von einem auf den anderen Tag kippen.

Nach Kontakt mit infizierter Person: Corona-Test bei Baden-Württembergs Innenminister negativ

12.39 Uhr: Nach dem Kontakt mit einem infizierten Personenschützer ist Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) negativ auf das Coronavirus getestet worden. Das sagte ein Sprecher am Sonntag. Strobl bleibe aber vorerst in der Quarantäne. Er sei zu Hause voll arbeitsfähig. Über das weitere Vorgehen, inwieweit weitere Tests und Quarantänemaßnahmen notwendig seien, werde nun mit den Ärzten beraten.

Strobl hatte sich in Quarantäne begeben und alle Termine abgesagt, nachdem ein Personenschützer, der mit ihm zusammen im Auto unterwegs war, positiv getestet worden war. dpa/Sebastian Gollnow/dpabild Thomas Strobl, der Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration in Baden-Württemberg.

Erstes Aida-Kreuzfahrtschiff wieder auf Tour – 1000 Passagiere an Bord

12.09 Uhr: Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat nach coronabedingt siebenmonatiger Unterbrechung das Reisegeschäft wieder aufgenommen. Wie Aida-Sprecher Hansjörg Kunze mitteilte, legte die "Aidablu" am späten Samstagabend im italienischen Civitavecchia zu einer siebentägigen Kreuzfahrt entlang der Westküste bis Sizilien und zurück ab. Landgänge seien unter anderem in Neapel, Palermo und Rom geplant.

Aufgrund der Corona-Schutzvorkehrungen sei das Schiff mit 1000 Passagieren und damit weniger als zur Hälfte belegt. Die Reise stehe bis Mitte Dezember noch mehrmals auf dem Programm, die Nachfrage sei groß. Kunze verwies auf das von der Reederei zusammen mit den Behörden entwickelte Corona-Sicherheitspaket. So sei ein Covid-19-PCR-Test mit negativem Testergebnis, welcher nicht älter als drei Tage sein dürfe, Voraussetzung für den Reiseantritt. Vor dem Einstieg erfolge eine kontaktlose Temperaturmessung. Bei Gästen, die sich vor Reisebeginn in einem Corona-Risikogebiet aufhielten, werde im Hafenterminal ein weiterer Covid-19-Test gemacht.

In den Bordrestaurants würden die gleichen Sicherheitsstandards wie an Land gelten. Bei Landgängen blieben die Passagiere zusammen. Wer sich von der Gruppe entferne, dem könne der Zugang zum Schiff verwehrt werden, erklärte Kunze. Im März hatte Aida Cruises wie die anderen Kreuzfahrt-Gesellschaften die Reisen auf seinen 14 Schiffen eingestellt. Michael Thamm, Chef der Costa Gruppe, zu der Costa Crociere und Aida Cruises gehören, bezifferte die Verluste für sein Unternehmen auf 1,5 Milliarden Euro. dpa/Sven Hoppe/dpa/Symbolbild Die Aidablu kommt ohne Passagiere im Ostseebad Warnemünde an.

Schweizer Pathologin erklärt: Es gibt zwei Gruppen von Corona-Toten

11.39 Uhr: Das Team der Schweizer Pathologin Dr. Kirsten Mertz gehörte zu den Ersten, die sich mit der Obduktion von verstorbenen Covid-19-Patienten beschäftigt haben. Der „Blick“ sagte Mertz nun, man könne zwei Gruppen von verstorbenen Corona-Patienten ausmachen.

„Die erste ­Gruppe stirbt in einem frühen Stadium an einer enorm hohen Viruslast in der Lunge. Das Immunsystem schafft es da leider nicht, das Virus zu unterdrücken“, erzählt die Ärztin im Interview. In der zweiten Gruppe sähe das laut Mertz ganz anders aus: „Der Körper dieser Patienten kann das Virus zunächst besiegen – doch sind danach massive Schäden an Lunge und anderen Organen zu erkennen.“ Solche Patienten würden erst nach mehreren Tagen oder Wochen sterben, erklärt die Pathologin.

Weiter erzählt Mertz, dass die Personen aus der zweiten Gruppe, die zu Beginn noch die Phase des akuten Virusbefalles überleben würden, mit starken Folge-Problemen wie Gewebeentzündungen zu kämpfen haben können. Diese können ebenso tödlich sein, wie das Virus selbst:. "Der Körper reagiert zu heftig auf den Eindringling. Das Virus mag zwar abklingen, die Entzündungen aber zerstören das Gewebe und die Organe."

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