Lieferengpässe bei Arzneimitteln haben sich zuletzt dramatisch verschlimmert – zumindest gewinnt man diesen Eindruck als Apotheker in der öffentlichen oder Klinikapotheke. Kaum ein Tag, an dem nicht entweder Venlafaxin, Propofol, Ibuprofen, Oxytocin knapp ist oder ganz fehlt. Aber ist es schlimmer als vor einem Jahr? Das will die European Association of Hospital Pharmacists (EAHP) herausfinden – sie befragt Klinikapotheker, Ärzte, Pflege und Patienten. Abgeleitet von den Ergebnissen werden sollen vor allem Lösungsmöglichkeiten.

Lieferengpässe entwickeln sich zu einem immer schärferen Problem, nicht nur deutsche Apotheker und Ärzte kämpfen mit knappen oder fehlenden Arzneimitteln. Das Problem ist größer, europäisch oder gar global. Das weiß jeder, der in diesen Bereichen arbeitet – oder der Patient ist. Alle anderen nicht direkt Betroffenen erfahren es derzeit geballt wie nie zuvor aus den Medien.

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Die European Association of Hospital Pharmacists (EAHP) beobachtet seit Jahren die Entwicklung bei der Verfügbarkeit oder Nichtverfügbarkeit von Arzneimitteln und den Einfluss auf die Qualität der Patientenversorgung. In regelmäßigen Abständen befragt sie in ihren Medicines Shortages Surveys Krankenhausapotheker, Krankenschwestern, Ärzte und andere medizinische Fachkräfte im Krankenhausumfeld. Die letzte liegt gerade einmal ein Jahr zurück. 2018 gaben nahezu alle – 97 Prozent – der deutschen Krankenhausapotheker an, dass sie entweder täglich oder wöchentlich mit Lieferengpässen konfrontiert sind.

Für ihre aktuelle Umfrage – gestartet am 7. November 2019 bis 13. Januar 2020 – hat die EAHP beschlossen, den Befragtenkreis zu erweitern: „Die 2019 Medicines Shortages Survey will einige der Gründe für Arzneimittelknappheit in Krankenhäusern sowie die Auswirkungen auf die Patienten untersuchen“, erklärt die EAHP und lädt somit auch Patienten, die während ihres Klinikaufenthaltes von Arzneimittelengpässen betroffen waren, an der Umfrage teilzunehmen.

Die EAHP erklärt: „Die 2019 Medicines Shortages Survey will einige der Gründe für Arzneimittelknappheit in Krankenhäusern sowie die Auswirkungen auf die Patienten untersuchen. Darüber hinaus wird sie bestehende Lösungen sowie bewährte Verfahren ermitteln, die derzeit auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene angewandt werden“.

Hier geht´s direkt zur Umfrage.

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