Die zahlreichen Lungenerkrankungen und bislang fast 40 Todesfälle infolge von E-Zigarettenkonsum in den USA sind höchstwahrscheinlich durch Vitamin-E-Acetat verursacht worden. Das berichtet die US-Gesundheitsbehörde CDC, die den Inhaltsstoff in sämtlichen Proben von 29 Patienten aus zehn Bundesstaaten fand.

Die Ursache der derzeit in den USA grassierenden mysteriösen Lungenerkrankungen (aponet.de berichtete durch E-Zigaretten ist vermutlich gefunden. Wie die Gesundheitsbehörde CDC mitteilte, erhärtet sich der Verdacht gegen Vitamin-E-Acetat. Dieser war bereits vor einigen Wochen aufgekommen, als die Substanz in Liquids gefunden worden war, die Erkrankte zuvor geraucht hatten. Nun hat die CDC Proben von Erkrankten analysiert und darin Vitamin-E-Acetat in allen Fällen nachgewiesen. Mit Vitamin-E-Acetat habe man erstmals einen potenziellen Giftstoff identifiziert, der für die Lungenerkrankungen verantwortlich sein könnte, so die CDC. Ob dies tatsächlich der Fall ist, müsse nun aber in weiteren Studien untersucht werden.

Über einen möglichen toxikologischen Mechanismus stellte weder die CDC noch zuvor die US-Arzneimittelaufsicht FDA Mutmaßungen an. Vitamin-E-Acetat ist ein synthetisches Derivat von Vitamin E, das im Körper zu Vitamin E umgewandelt wird. Von Letzterem ist bekannt, dass es zu Substanzen zersetzt wird, die toxische Effekte in der Lunge verursachen können.

Vorsicht bei nikotinfreien Liquids

Lungenerkrankungen infolge E-Zigarettenkonsums werden von der CDC als EVALI bezeichnet (E-Cigarette, or Vaping, Product Use-Associated Lung Injury). Bislang sind in den USA laut Nachrichtenagentur dpa mehr als 2000 Personen an EVALI erkrankt und davon 39 gestorben. Die Symptome sind unspezifisch und reichen von Atembeschwerden, Atemnot und Brustschmerzen bis hin zu Fällen von Magen-Darm-Erkrankungen mit Erbrechen und Durchfall.

Aus Deutschland sind bislang keine Fälle von EVALI bekannt geworden. Dies liegt vermutlich an den deutlich strengeren Vorschriften, die hierzulande gelten. Vitamine und andere Stoffe, die »einen gesundheitlichen Nutzen suggerieren« sind ebenso verboten wie bestimmte Aromastoffe und beispielsweise Coffein. Vorsicht geboten ist laut Bundesinstitut für Risikobewertungen (BfR) jedoch bei nikotinfreien Liquids: Sie unterliegen nicht dem Tabakrecht und dürfen daher auch Vitamine und andere Inhaltsstoffe enthalten, die gesundheitlich bedenklich sein könnten. Auch vom Selbstmischen von Liquids rät das BfR unbedingt ab (aponet.de berichtete).

am/PZ/NK

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