Das Kältegefühl taucht wie aus dem Nichts auf. Das Frösteln zieht durch den Körper und breitet sich bis in die Gliedmaßen aus. Schließlich setzt das Zittern ein – der ganze Körper bebt, oft steigen auch die Kiefermuskeln mit ein. Dann kommt es zum berühmten Zähneklappern.

Wohl jeder dürfte das unangenehme Gefühl eines Schüttelfrosts kennen. Das Symptom ist relativ häufig, geht oft mit Fieber einher und deutet grundsätzlich auf eine Infektion hin. Oft ist das ein bakterieller Infekt. Aber auch bei viral bedingten Krankheiten wie einer Grippe oder einer Erkältung kann es zu Schüttelfrost kommen.

So entsteht Schüttelfrost

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So unangenehm ein Schüttelfrost auch sein mag: Für den Körper ist das Symptom Beihilfe zur Selbsthilfe und dient der Abwehr von Krankheitserregern. Zuständig dafür ist ein Teilbereich unseres Gehirns, der sogenannte Hypothalamus. Er ist das Wärmeregulationszentrum unseres Körpers und steuert Wärmeabgabe und Wärmeproduktion. Im Idealfall ist der Temperatur-Sollwert des Körpers auf etwa 37 Grad Celsius eingestellt, was der normalen Körpertemperatur entspricht. Der Hypothalamus prüft, ob dieser Wert eingehalten wird.

In Ausnahmefällen kurbelt unser Kontrollzentrum den Temperatur-Sollwert an, etwa bei Infekten oder sonstigen Entzündungen. Der Hypothalamus gibt dem Körper dann den Befehl, mehr Wärme zu produzieren. Das geschieht durch einen gesteigerten Stoffwechsel oder mehr Muskelarbeit. Zeitgleich wird die Wärmeabgabe gedrosselt, die Blutgefäße ziehen sich zusammen. Es geht weniger Wärme über die Haut verloren.

Der Schüttelfrost ist folglich die Antwort des Körpers auf den Befehl des Hypothalamus: „Es muss Wärme produziert werden – bitte schnell!“ Die erhöhte Temperatur hilft dabei, Krankheitserreger abzuwehren. Viren, Bakterien und andere Eindringlinge sind an die normale Körpertemperatur von rund 37 Grad Celsius angepasst. Höhere Temperaturen  bekommen ihnen dagegen nicht so gut. 

Mögliche Ursachen von Schüttelfrost

Infektionskrankheiten

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Schüttelfrost ist ein häufiges, oft harmloses Symptom bei Infekten. In Kombination mit einem ausgeprägtem Krankheitsgefühl sollte jedoch ein Arzt hinzugezogen werden. Das gilt insbesondere bei anhaltendem und/oder hohem Fieber und weiteren Krankheitsanzeichen wie Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen und Hautausschlag. Rote Hautstellen, die warm sind und schmerzen, deuten auf eine bakterielle Hautinfektion hin, eine sogenannte Wundrose. Auch sie kann Schüttelfrost auslösen.

Nach Angabe des Portals „Internisten im Netz“, das vom Berufsverband Deutscher Internisten herausgegeben wird, kann Schüttelfrost auch Symptom schwererer Erkrankungen sein, darunter:

Insbesondere nach Rückkehr aus tropischen Gebieten sollte der Arzt nach Möglichkeit eine Ansteckung mit dem Malaria- oder Milzbrand-Erreger ausschließen. Auch Vergiftungen, Hitzeschlag, Tetanus oder allergische Reaktionen kommen als Auslöser von Schüttelfrost infrage. In einigen Fällen tritt Schüttelfrost ohne zugrunde liegende Krankheit auf, etwa bei sehr niedrigen Temperaturen im Winter. Der Schüttelfrost ist dann eine natürliche Reaktion des Körpers, um Wärme zu erzeugen.

Therapie bei Schüttelfrost

Ist der Schüttelfrost Begleitsymptom eines Infekts, richtet sich die Therapie nach der Art der Erkrankung. Sind Bakterien in den Körper eingedrungen, wird der Arzt ein Antibiotikum verschreiben, das die Krankheitserreger bekämpft. Bei viral bedingten Krankheiten sind Antibiotika dagegen wirkungslos.

Oft verschwindet Schüttelfrost jedoch auch ohne Therapie. Wer will, kann den Körper bei der Wärmeerzeugung unterstützen: mit warmen Decken, Schonung, Ruhe und einer Tasse Tee.  Fieber lässt sich beispielsweise mit kühlenden Umschlägen und einem Wadenwickel regulieren.

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