Viele Apotheker dürfte diese Nachricht am gestrigen Mittwoch überrascht haben: Friedemann Schmidt kandidiert nicht erneut als ABDA-Präsident. Im Dezember 2020 wird also ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gewählt. Nach der ABDA-Mitgliederversammlung erklärte Schmidt am gestrigen Mittwochabend, dass es sich dabei um eine rein persönliche Entscheidung handle. Er wolle sich in seinem restlichen Berufsleben wieder ausschließlich der Pharmazie widmen.

Im Dezember 2020 endet die Amtszeit der geschäftsführenden Vorstände der ABDA, der Bundesapothekerkammer und des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) – und somit auch die Amtszeit des ABDA-Präsidenten. Ein Jahr vor der Wahl für die kommende Wahlperiode hat Friedemann Schmidt in der ABDA-Mitgliederversammlung am gestrigen Mittwoch bekannt gegeben, dass er nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung steht. So ganz überraschend kommt das nicht – schließlich hatte Schmidt erst im Juni dieses Jahres angekündigt, dass er auch für eine weitere Amtszeit als Präsident der Sächsischen Landesapothekerkammer nach 2023 nicht mehr zur Verfügung stehen werde.

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Trotzdem gibt es viele offene Fragen. Schmidt hat viele Projekte begonnen, die Ende des kommenden Jahres eher nicht beendet sein dürften. Eines seiner Herzensanliegen sind ohne Frage die pharmazeutischen Dienstleistungen: Schon vor seinem Amtsantritt im Jahr 2012 hatte er angekündigt, dass er die pharmazeutischen Kompetenzen der Apotheker stärker in die Versorgung einbinden möchte. Mit Blick auf die aktuelle Apothekenpolitik dürfte dieses Großprojekt Ende des kommenden Jahres mitnichten abgeschlossen sein. Warum zieht sich der 55-jährige Apotheker aus Leipzig also zurück?

Einen kleinen Einblick in seine Entscheidungsfindung gewährte Schmidt am gestrigen Mittwochabend auf einer Pressekonferenz in Berlin. „Das ist eine persönliche Entscheidung, die ich schon Anfang dieses Jahres für mich selbst getroffen und meinen engsten Vertrauten mitgeteilt habe. Ich bin jetzt 55 Jahre alt, seit 16 Jahren Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes, seit 15 Jahren Mitglied des Präsidiums. Für mich als Ehrenamtlicher stand immer fest, dass ich Ämter nur auf Zeit inne haben kann.“ Er habe vor einiger Zeit vor der Frage gestanden: „Werde ich mich einfach immer weiter bewerben oder ziehe ich mich in meine eigentliche Profession, die des Apothekers, zurück?“

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