Lieferengpässe sind ein Dauerthema in Apotheken. Viele Pharmazeuten plagen derzeit mehr als 100 Dauerdefekte. Jeder Apotheker in Europa verbringt lautABDA 5,6 Stunden pro Woche damit, sich um Lieferengpässe zu kümmern. Beim BfArM liegen derzeit sogar mehr als 220 Meldungenvor, bei denen eine eingeschränkteVerfügbarkeit oder ein Lieferengpass mitgeteilt wurde. Zum Vergleich: Im Jahr2013 wurden dem Bundesinstitut nur 40 Mittel mit Lieferproblemen neugemeldet.

„Früher gab es vereinzelt Engpässe, heute haben Apotheken imSchnitt deutlich mehr als 100 Positionen, die nicht lieferbar sind – mal fehlteine bestimmte Dosierung, mal eine bestimmte Darreichungsform, mal derWirkstoff ganz.“  Mit diesen Worten wird ThomasPreis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, in der Düsseldorfer „RheinischenPost“ vom vergangenen Wochenende zitiert. Diese Dimension der Engpässe bestätigendie Teilnehmer einer vor kurzem auf DAZ.online durchgeführten Umfrage, bei der mehr als70 Prozent der Teilnehmer Angaben über 75 Dauerdefekte gemacht haben. Mehr als dieHälfte der Umfrageteilnehmer ärgert sich derzeit mit mehr als 100 nicht-lieferbaren Positionen herum undbei einem Fünftel sind es sogar 150 oder mehr.

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Wirkstoffe aller Therapierichtungen

Eine Sprecherin des BfArM erklärte gegenüber der „RheinischenPost“, dass derzeit 226 Meldungen vorlägen, bei denen eine eingeschränkteVerfügbarkeit oder ein Lieferengpass mitgeteilt wurde. Im Jahr 2013 wurden demnachnur 40 Mittel mit Lieferproblemen neu gemeldet, 2018 waren es 264. Darunter befindensich Wirkstoffe aller Therapierichtungen, zum Beispiel das Parkinsonmittel Madopar®,Morphin, Piperacillin, Eremfat und reihenweise Arzneimittel mit dem WirkstoffValsartan.

Dazu kommen zahlreiche Engpässe bei Impfstoffen, die nichtbeim BfArM, sondern beim Paul-Ehrlich-Institut erfasst werden. Die jüngstenMeldungen hier sind der Rotavirus-Impfstoff Synflorix® und der Varizellen-LebendvirusimpfstoffVarivax®.

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