Meine Nummer kennt doch jedes Kind, doch mancher wählt sie auch mal zu geschwind. Ich habe doch Husten, und das schon 14 Tage, jetzt brauche ich zur Abwechslung mal ne Rettungstrage.

Diese Menschen bringen auf kreative Weise ihren Unmut über ihre Arbeitsbedingungen zum Ausdruck.

In einem Video auf Facebook macht Jan Ole Dreier, Disponent der Rettungsleitstelle im ostfriesischen Wittmund, singend auf das Problem des Missbrauchs der Notrufnummer aufmerksam.

Ja solchen Leuten, denen sagen wir ganz klar, für dich sind andere Rettungsmittel da. Nimm doch ein Taschentuch und putz dir deine Nase. Trink einen Schluck Wasser, in dieser Akutphase. Und morgen früh spazier zum Mediziner, der tut dir gut, bald geht’s dir wieder prima. Und kannst du das auf morgen nicht verschieben, dann wähl doch gleich 116 oder 117.

Sein Clip auf Facebook hat bereits über 110.000 Aufrufe erzielt.

Das Video ist eine weitere Reaktion auf den Notfallsanitäter Felix Peter Haehne. In einem Video Ende November prangert Haehne die rechtlich unklaren Zuständigkeiten in seinem Beruf an:

Guten Tag ich heiße Felix Peter Und ich bin heute Ihr Notfallsanitäter Der Notarzt kommt ne halbe Stunde später Und bis dahin unterhalten wir uns nett hier am Bett

Rettungssanitäter dürfen laut Gesetz keine medizinischen Eingriffe vornehmen, sondern sollen Maßnahmen zur Lebenserhaltung einleiten und Notfallpatienten transportfähig machen.

Medizinische Eingriffe hingegen darf nur ein Arzt durchführen. In der Praxis bedeutet das: Selbst beim Spritzen von Schmerzmitteln müsste ein Notfallsanitäter eigentlich auf die Bestätigung eines Arztes warten.

Ich ruf die 112 Schnell den Notarzt herbei Denn was der darf das darf ich nicht Würd’ Ihnen die Schmerzen ja gern nehm’ Da kann ich Sie verstehn‘ Doch danach lande ich vor Gericht

Auch die Ärztin Carola Holzner schließt sich den Videobotschaften an: 

Ist der Blutdruck opulent, wird mit Ebrantil gesenkt.

Hat der Patient nen Herzinfarkt, hältst du Aspisol parat.

Denn du bist ja Notfallsanitäter. Du brauchst mich dafür nicht jetzt, und auch nicht später.

Ein Gesetzentwurf zur Neuregelung der Kompetenzen von Notfallsanitätern scheiterte erst kürzlich im Bundesrat. Die Bundesregierung kündigte daraufhin an, in einen Dialog mit den Betroffenen treten zu wollen.

Sicher ist: Mit ihren Videos haben die drei Aufmerksamkeit für ein wichtiges Thema geschaffen.

Und brauchst du einmal unsere Hilfe sei so frei, und wähl ganz schnell die 112.

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